Alles, was Mann über Liebe weiß

- Beziehungen zwischen zwei Menschen sind sehr kompliziert. Das war schon immer so, und das wird auch immer so sein. Dennoch fallen gerade diese komplexen Lebenszustände aus Hingabe, Zuneigung und Liebe immer wieder durch ein einfaches Strickmuster auf. Einfach? Ja. Weil sie einfach einfach sind.

Ach wie unbeschwert die Liebe doch sein kann. Manchmal sieht sie aus wie ein Eis.

Ach wie unbeschwert die Liebe doch sein kann. Manchmal sieht sie aus wie ein Eis.

Man liebt jemanden und wird zurückgeliebt. Die Liebenden gestehen einander, unter grosser Nervosität zwar, aber irgendwann fassen sie sich ein Herz, ihre Liebe und stehen fortan in einer Beziehung. Das ist so einfach wie genial.

Der Moment des Geständnisses, der zumeist von nur einer Seite initiiert wird, und die unmittelbar folgenden sind von euphorischen Gefühlen gekennzeichnet, welche die Sinne vernebeln. Jede Berührung des Gegenübers kommt einem Erdbeben gleich, jedes Lächeln löst einen erneuten Sturm inbrünstiger Liebe aus, die Welt gerät aus den Fugen, man schwebt, tanzt, ist außer Kontrolle und denkt nicht einen Moment daran, ebendiese zurück erlangen zu wollen.

Zwei Menschen sind verliebt, jeder Kuss schmeckt tausendmal besser als die leckerste Eiskrem, die man im Sommer der Kindheit naschte. Das Glück ist plötzlich erfahrbar, man spürt es jede Sekunde, man fühlt es jeden Augenblick.

Einfach. Genial. Warum soll all dies also kompliziert sein? Weil die Sache mit dem Glück eben nicht selbstverständlich ist. Man muss das Glück suchen, man muss es finden, man muss dafür kämpfen. Denn, ehrlich, wie oft passiert es, das mit einem einfachen "Ich liebe Dich" oder "Ich bin verliebt in Dich" oder "Ich bin urst verknallt in Dich" alles gesagt ist und der Reigen sofort, ohne Umschweife und ungebremst beginnt?

Meist offenbart sich nur einer der Partner, wartet dann und bangt, antizipiert die Glücksmomente, schwelgt im Duft der Sommerwiesen, nur um gleichzeitig die Blitze zu spüren, die harten, prasselnden Hagelkörner auf seiner Haut, den Schmerz eines sich zusammenziehenden Herzens. Ein Leben im Nichts, ein Leben ohne Antworten. Ein Leben in dem so viel Liebe sein könnte. Er ist bereit, all diese Liebe zu geben, er hat sich offenbart, er hat sich verwundbar gemacht.

In dieser Verletzlichkeit nun liegt nun einerseits einiges Übel. Empfindsamkeit wird neu definiert, Worte werden zu Speeren, nicht erwiderte Blicke zu Dolchstössen. Es ist als würde die Welt plötzlich einen ganz anderen Gang gehen. Nichts ist wie vorher, nichts kann mehr so sein, wie es vorher war. Das Herz wächst, es wird so gross, dass es viel zu leicht angreifbar wird. Andererseits ist das Herz aber auch gestärkt durch die Liebe, die es wie ein riesig dimensionierter Schild beschützt, so dass Verletzungen nichts weiter als Reflektionen, Bildnisse des Schmerzes sind, die vom Kopf mit all seiner Rationalität und Einbildung ausgehen.

Was bliebt ist die Erkenntnis: Wenn man liebt, ist man immer allein. Auch wenn man zurückgeliebt wird.

Es war mir ein Vergnügen, euch die Männer verstehen zu lassen.

Erleuchtung garantiert: Alles von "Verstehst du Mann?" findest du hier.