Männer und Weihnachtsgeschenke: Worüber wir uns freuen und warum wir merkwürdige Dinge verschenken

Wie in jedem Jahr fing meine Freundin schon vor ein paar Wochen an, Weihnachten zu planen. Für mich war da noch Hochsommer, ich trug noch kurze Hosen. Sie saß schon im Wintermantel auf der Couch. Gar keine schlechte Idee, denn wie jedes Jahr zeigt unser Beziehungsthermometer Werte weit unter Null an, wenn die Herzen doch eigentlich am wärmsten sein sollten. Meistens streiten wir uns über Geschenke.

Wer so gut aussieht, der kann alles schenken.

Wer so gut aussieht, der kann alles schenken.

Geschenke sind für mich eine der größten Herausforderungen im Leben, die sich in der Vorweihnachtszeit zu Angstzuständen potenzieren. Einerseits weiß ich mittlerweile ehrlich nicht mehr, was ich mir wünschen kann. Was wiederum daran liegt, dass es mir mein festes Einkommen erlaubt, dringende Bedürfnisse sofort zu erfüllen und ich einfach keine Wünsche habe, wenn ich ein neues Leverkusen-Trikot anhabe oder das neue Murakami-Buch gelesen habe.

Meine Freundin ist immer ziemlich sauer, wenn der Paketbote im letzten Quartal genau die Dinge bringt, die sie gerade auf ihrem Weihnachtsbestellzettel geschrieben hat. Aber was kann ich denn dafür, dass mein altes Smartphone gerade jetzt den Geist aufgegeben hat? Das ist ein Problem, und Probleme müssen gelöst werden. Sofort. Ich denke da eher pragmatisch.

Dieser Pragmatismus ist übrigens der zweite Grund, warum ich Panik vor Weihnachtsgeschenken habe. Was für mich das beste Geschenk ist, dass ich machen kann, weil es praktisch ist, sorgt halt nicht immer für Freudenstrahlen im Gesicht meiner Freundin. Sie sagt zwar artig: "Oh, wie schön. Dass du daran gedacht hast". Aber eigentlich hätte sie sich doch etwas anderes gewünscht, als einen – technisch natürlich auf dem neuesten Stand – neuen Lockenwickler. Der alte war nunmal kaputt. Aus Sicht einer Frau mag das ein merkwürdiges Weihnachtsgeschenk sein. Aus Sicht eines Mannes, das einzig logische. Ich weiß, da haben wir Nachholbedarf.

Zumal es nunmal auch so ist, dass es meine Freundin immer wieder schafft, mich zu überraschen. Ich mag zwar keine Wünsche haben, aber sie weiß trotzdem, was ich schon immer mal machen oder haben wollte. Sie schenkte mir mal ein ganzes Wochenende zu zweit in einer sehr schönen Stadt. Großzügiges Hotelzimmer, Wunschfilm im Kino, Wunschessen und eine ausgedehnte Radtour. Das war ein tolles Wochenende, weil wir zu zweit unterwegs sein konnten. Wie frisch Verliebte. Ich sollte mich revanchieren.

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