Lässig oder peinlich? 6 Modetrends aus Männersicht

- "Wer auch immer gesagt hat, Geld könne Glück nicht kaufen, kannte wohl nicht die richtigen Geschäfte", soll Bo Derek mal gesagt haben. Als Schauspielerin ist das Sexsymbol der 1980er-Jahre in keiner besonderen Erinnerung geblieben. Aber immerhin hat sie ziemlich gut erklärt, was es mit der Mode eigentlich auf sich hat. Nur: Ich frage mich, warum sieht Glück, je teurer es in den Geschäften verkauft wird, umso billiger aus? Ich muss jetzt echt mal was sagen zu ein paar Modetrends, die es hoffentlich nicht von Instagram in die echte Welt schaffen.

Gut erkannt: Teddys sind eigentlich zum Kuscheln da.

Gut erkannt: Teddys sind eigentlich zum Kuscheln da.

Modetrends sind nichts für echte Männer

"Die Mode ist so unerträglich hässlich, dass wir sie alle Halbjahre ändern müssen", schon Oscar Wilde verzweifelte vor über hundert Jahren an den Gesetzmäßigkeiten einer Branche, die sich am liebsten im Kreis dreht. Was würde er wohl heute sagen, wenn er in Modeblogs und Instagram-Accounts im Wochenrhythmus mit dem neuesten Style konfrontiert würde? Der Glückliche muss es nicht.

Voll im Lack

Ich dachte ja immer, Lack und Leder sind für Bahnhofsviertel und Rockerkneipen reserviert. Oder für das Wave Gothic Treffen. Warum Frau von Welt sich in unbedingt einen Hochglanzrock anziehen mag? Keine Ahnung. Vielleicht weil sie ihn gerne poliert? Da hilft kein noch so kokettes Lächeln: Das sieht immer etwas Pimkie-billig aus.

Are Glitzerboots made for walking?

Okay, was Kendall Jenner hier spazieren trägt, ist ein sehr, sehr extremes Beispiel. Aber Glitzersteinchen an Schuhen und Boots - das ist doch immer irgendwie Kindergarten, Mädels. Außer ihr wollt in herbstlichen Fußgängerzonen als Discokugel arbeiten. Dann wär's okay.

Return of the Alptraum: Die Steghose

Ich hatte in den 80er-Jahren selbst mal ein Steghose. Die musste ich im Winter immer drunter tragen, damit's warm bleibt. Das sei sehr praktisch, sagte meine Mutti damals. Ich gehorchte natürlich, auch wenn ich bittere Tränen weinte (aber nur heimlich). Und dann wurden die Dinger irgendwann von Frauen aus ihren Verstecken geholt und offen gezeigt. Ein Trauma. Da sieht man alles.

Sind Sock-Boots Ausdruck einer neuen Klamotteneffizienz?

Natürlich frage ich mich bei diesem Joint Venture, was aus der guten alten Arbeitsteilung geworden ist. Warum können nicht Boots für die Füße und Socks für die Waden zuständig sein? Aber vielleicht ist es auch einfach nur praktisch, weil man zwei Teile weniger anziehen muss. Wobei ich zugeben muss, dass dieses Modell schon ganz lässig aussieht: Es unterstreicht die natürliche Eleganz der Trägerin Beine.

Athleisure, die gelebte Schizophrenie

Ich war schon ein paar Mal in England. Wenn man da so unterwegs ist, könnte man manchmal glauben, Teenager dürfen nur Trainingshosen anziehen.  Morgens, mittags und abends im Club. Mit Trainingshosen habe ich seitdem ein Problem. Das lösen, sorry, auch Glitzersandalen nicht. Trainingshosen sind für den Sport gemacht. Sie gehören nicht zum Shopping-Trip, nicht zum Vormittagsspaziergang, nicht zum Aperitif mit Freunden. In Trainingshosen soll man schwitzen. Athleisure ist für mich ein schizophrenes Kofferwort für einen schizophrenen Modeauswuchs, der mit Stil so viel zu tun hat, wie High Heels mit Weitsprung.

Zum Knuddeln: der Teddyfell-Mantel

Abgesehen davon, dass Teddymäntel offfensichtlich Arme fressen: Ein bisschen niedlich ist es schon, wenn sich Frauen als Bärchen verkleiden. Man möchte die ganze Zeit kuscheln. Aber nur mit dem Mantel. Man kann ihn streicheln und sich an Gewitternächte der Kindheit erinnern, in denen Plüschtiere die Angst vertrieben.

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