Kaiserschnittnarbe - eine Mutter zeigt ein ehrliches Foto

- Wie sieht eine Kaiserschnittnarbe aus? Wie läuft ein Kaiserschnitt ab? Viele Frauen, die ein Kind erwarten, stellen sich diese Fragen - und sind entsprechend unbefriedigt, wenn die Antwort: "Jede Geburt ist anders" lautet. Wir können euch auch keine Details nennen, aber zumindest die Sorgen nehmen. Denn das wichtigste bei einer Geburt - und das empfindet jede Mutter während der heißen Phase gleich, seien es Wehen oder ein Kaiserschnitt - ist immer die Gesundheit der beiden Hauptakteure: Mutter und Kind. Aber, unsere Fotoagentur sowie eine frischgebackene Mutter helfen aus: Bilder von verschiedenen Kaiserschnittnarben haben wir auch für euch.

Kaiserschnittnarbe

Die Kaiserschnittnarbe liegt meist unten in der Bikini-Zone.

Wo ist die Kaiserschnittnarbe?

In der Regel setzen die Ärzte die Narbe ziemlich weit unten im Schambereich an - der Bikini kann also ohne Weiteres auch noch nach der Geburt via Kaiserschnitt getragen werden.

Ein Kaiserschnitt ist eine Geburt. Basta

Aber ein viel größeres Anliegen ist, dass Frauen, die ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben, oft wie Gebärende zweiter Klasse behandelt werden. "Das ist doch dann keine richtige Geburt" hört man da, weil manche Mütter nach einer anstrengenden Geburt (und später in der Rückbildungsgymnastik, beim Stillen, dann auf dem Spielplatz und natürlich auch im Supermarkt!) ihr Überlegenheitsgefühl allzu gerne artikulieren. Dass auch viele Gebärende via Kaiserschnitt mehrere Stunden in den Wehen lagen, ist diesen Bessermuddis egal. Hauptsache, frau kann sich selbst profilieren. Leider ist es um die weibliche Solidarität, wenn es um die Selbstdarstellung via Geburtsgeschichten geht, leider manchmal nicht zum Besten bestellt. Also: Die Frage, ob ein Kaiserschnitt eine richtige Geburt ist, stellt sich nicht. Die Antwort ist nämlich: Wenn am Ende dieses Vorgangs ein Baby steht, das vorher noch nicht da war, ist es eine Geburt gewesen!

Vorurteile gegen Kaiserschnitt

Dieses Gefühl, sich ständig für ihren Kaiserschnitt rechtfertigen zu müssen, hatte nun auch eine junge Frau namens Jodie Shaw satt, die ein Foto ihrer frischen Kaiserschnittnarbe zusammen mit einem inspirierenden Text veröffentlichte, weil sie es satt hatte, sich ständig anhören zu müssen, ein Kaiserschnitt sei keine richtige Geburt. Bei Shaws Geburt gab es Komplikationen - ihre Kaiserschnittnarbe ist nicht repräsentativ, denn, wie gesagt, jede Geburt ist anders. Vorenthalten wollen wir euch dieses Foto aber auch nicht.

Ihr Text dazu, frei übersetzt:

"Schon wieder ein Tag, an dem mir jemand mit einem Post unterstellt, dass eine Geburt via Kaiserschnitt keine richtige Geburt sei. Können wir bitte damit aufhören? 

Ich kann offensichtlich nicht die Meinung der Leute verändern, aber ich habe mich entschieden, dieses Foto zu posten, um den Menschen klarzumachen, dass egal was man in seinen Plänen für eine Wunschgeburt vorgesehen hat, man manchmal einfach keine Wahl hat. Ich hatte keine Wahl! 

Ich hatte ein melonengroßes Myom auf meinem Gebärmutterhals sitzen, außerdem eine Plazenta Praevia, weshalb ich keine normale Kaiserschnittnarbe habe. Aber ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe mein Baby geboren! Also, das nächste Mal wenn ihr jemanden dafür verurteilen möchtet, dass die Geburt anders verlief als das, was ihr für den einzigen richtigen Weg des "Gebärens haltet, denkt einfach mal eine Minute darüber nach, ob die Person vielleicht auf diese Art entbinden musste. Denkt doch mal darüber nach, ob diese Person, wenn sie die Wahl gehabt hätte, nicht vielleicht auch lieber auf natürlichem Weg entbunden hätte. Aber sie hatte keine Wahl. Warum sollte man sich denn für eine aufwendige Operation mit mindestens sechswöchiger Nachsorge entscheiden?

Diese Narbe bewahrte mich davor eine lebenbedrohliche Menge an Blut zu verlieren und bedeutet außerdem, dass mein Baby so zur Welt kam, wie es sein sollte: Gesund und unverletzt, so wie ich!" Jodie Shaw.

Starke Worte!

Kaiserschnitt Geschichte

Die Müttersterblichkeitsrate ist in der westlichen Welt tatsächlich aufgrund der medizinischen Möglichkeiten eines Kaiserschnitts in den vergangenen 140 Jahren massiv gesunken. Man möge sich nur (am besten unschwanger) die erste Folge der grandiosen Arztserie "The Knick" ansehen, um zu verstehen, wie riskant eine Geburt früher war. Übrigens: Den ersten historisch dokumentierten Kaiserschnitt, bei dem sowohl Mutter als auch Kind überlebten, wurde bereits etwa 1500 durchgeführt, von einem Mann, der hauptberuflich Schweine kastrierte... Erst seit 1881 hat sich der Kaiserschnitt als lebenserhaltende Maßnahme für Mütter und Kinder medizinisch etabliert, vorher starben bei dem Prozedere meist beide.