Graph Search bei Facebook: Was muss ich wissen?

(11. Juli 2013) - Graph Search heißt die neue Suchfunktion bei Facebook, die nun nach und nach allen Usern zugänglich gemacht wird. Im Januar 2013 stellte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Neuerung vor, die in Deutschland schon jetzt von all jenen Nutzern des Sozialen Netzwerks ausprobiert werden kann, die Facebook in der US-amerikanischen Version eingestellt haben. Hier erklären wir euch, wie Graph Search funktioniert und was ihr bei den Einstellungen eures Facebook Profils ab sofort unbedingt beachten müsst.

Graph Search

Graph Search heißt die neue Suchfunktion von Facebook, auf die Mark Zuckerberg sichtlich stolz ist.

Wie funktioniert Graph Search bei Facebook?

Welche Freunde kommen aus Berlin? Wer mag Heidi Klum? Und wer hat zuletzt ein Foto in Bayern gemacht? All diese Informationen kann man jetzt via Graph Search erhalten. Mit einfachen Formulierungen, wie etwa "My friends who like Jolie" oder "Photos of my friends who like Jolie", lässt sich die Suche exakt eingrenzen. Doch Graph Search ist nicht nur auf die eigene Freundesliste beschränkt: Mit Anfragen wie "Music people like that I like" kann man künftig Gleichgesinnte noch einfacher finden. Schnell wird man dazu verleitet, die wildesten Kombinationen auszuprobieren, und nicht selten fragt man sich beim anschließenden Blick auf die Uhr: Bin ich Facebook süchtig?

Graph Search bedient sich bei allen Informationen, die Nutzer mit der Öffentlichkeit teilen - und die sind oftmals ganz schön erstaunlich! Neben den alten Bekannten Wohnort, Beziehungstatus oder Arbeitgeber lassen sich künftig auch spielend leicht die Verwandten der eigenen Kontakte ausspionieren, oder attraktive Singles der Freunde finden, die die gleichen Interessen teilen ... Das Thema Facebook und Privatsphäre ist natürlich ein Fass ohne Boden - dennoch sollten sich Facebook-User künftig noch stärker damit auseinandersetzen, schließlich wird Graph Search in den Medien schon als "Rasterfahndung" bezeichnet.

Mit Graph Search lassen sich Nutzer von Facebook nun noch leichter kategorisieren.

Graph Search: Privatsphäre schützen!

Nach wie vor gehen viel zu viele Facebook Nutzer zu leichtfertig mit ihren Daten um. Andere hingegen fragen sich: Soll ich mich bei Facebook abmelden? - nur um die persönlichen Informationen zu schützen. Neue Nahrung bekam die Debatte um die Privatsphäre bei Facebook durch den jüngsten Abhörungsskandal der NSA, und auch die neue Suchfunktion Graph Search heitzt die Diskussionen weiter an. Doch so banal es klingt: Jeder ist für das, was er mit der Öffentlichkeit teilt, selbst verantwortlich. Mit ein bisschen Geduld und den richtigen Klicks lässt sich nämlich so manches erreichen.

Zwar sind bei Facebook einige Angaben, wie etwa Name, Geschlecht oder Profilbild, stets öffentlich. Wem das nicht passt, der sollte sich tatsächlich von dem sozialen Netzwerk verabschieden. Viele weitere Informationen lassen sich aber gezielt einstellen, um nicht in die falschen Hände zu geraten. Wenn ihr eure Daten schützen wollt, lohnt sich vor allem jetzt, da Graph Search auch auf Deutschland zurollt, ein erneuter Blick auf eure Einstellungen. Und es sollte unbedingt ein genauer Blick sein, denn Facebook hat viele Privatsphären-Optionen ziemlich gut versteckt! Deswegen haben wir hier eine kurze Step-by-Step-Anleitung für euch, wie ihr eure Daten schützen könnt.

Graph Search: Welche Einstellungen muss ich jetzt beachten?

1) Auf eurem Profil gibt es das Feld "Info". Diesem solltet ihr zunächst besondere Aufmerksamkeit widmen. Mit dem Stift-Symbol in der oberen rechten Ecke lassen sich die Einstellungen im Detail bearbeiten und entweder für die Öffentlichkeit, eure Freunde, nur euch selbst oder eine bestimmte Liste an Kontakten sichtbar machen.

2) Weiterhin könnt ihr einstellen, wer eure Freundeslisten einsehen kann. Standardmäßig setzt sie Facebook auf öffentlich. Unter dem Feld "Freunde" findet ihr auch hier wieder das Bearbeitungs-Symbol. Um auf Nummer Sicher zu gehen, damit man bei Graph Search keine Informationen über eure Freunde und deren Verbindung zu euch finden kann, könnt ihr sie bitten, dass auch sie ihre Freundeslisten nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen.

3) Das Publikum für die eigenen Likes lässt sich über die Profilansicht unter dem Reiter "Mehr" und dann unter "Gefällt mir"-Angaben festlegen. Überprüft auch, welche alten Apps ihr bei Facebook verwendet, welchen Netzwerken ihr beigetreten seid oder welche Andwendungen ihr nutzt. Hier ist Aussieben gefragt.

4) Nützlich ist auch die Funktion "Aktivitätenprotokoll" - hier könnt ihr genau einsehen, wann ihr was geliked, geteilt oder gepostet habt. Bei älteren Beiträgen lässt sich das Publikum beschränken, und ihr könnt überprüfen, mit welchen Informationen ihr vermutlich in der Graph Search auftaucht. Zweifelhafte Likes oder Gruppen, denen ihr vor langer Zeit beigetreten seid und die ihr schon längst wieder vergessen habt, am besten gleich löschen. Auch kann man hier einsehen, in welchen Beiträgen und Bildern man von anderen markiert wurde.

Was haltet ihr von Graph Search? Was würdet ihr damit suchen?