Fischleder

Spätestens seit Stella McCartney ist klar, dass man auch in der Mode vollkommen auf Leder verzichten kann. So stellt die Designerin schon seit Jahren rein vegane Mode her, der man das so gar nicht ansieht. Doch mittlerweile gibt es noch eine weitere Möglichkeit die klassische Lederherstellung zu umgehen. Dabei haben sich zwei Fischer aus dem beschaulichen Esperance in West Australien einen Namen gemacht. Die Brüder stellen aus der vom Fischfang übriggebliebenen Haut der Fische Leder her. Dieses ist nicht nur äußerst reißfest ist, sondern sieht auch noch toll aus. Erfahrt mehr über Fischleder und das hübsche Esperance mit dem weißesten Strand West Australiens.

Fischleder

Auch Fischleder gibt es in der "Wildleder"- und der "Glattleder"-Variante.

Fischleder aus Esperance

Die Fischer R.W. Bubb und Andrew McDermott hatten 1989 die Idee die übriggebliebenen Fischhäute weiterzuverarbeiten. So erarbeiteten sie sich ihre eigene Methode um aus der Fischhaut Leder herzustellen. Es dauerte eine Weile, bis die beiden eine Technik herausfilterten, die sich als optimal herausstellte. Im Jahr 1994 war es dann soweit, die Fischleder-Herstellung wurde auch kommerziell.

Der Blick auf Dolphin Bay, eine der Buchten rund um Esperance.

Wenig später stieg auch Andrews Bruder David McDermott mit ins Geschäft ein. Seitdem wächst das Unternehmen und Mermaid Leather - wie die Männer ihr Fischlederunternehmen getauft haben - hat weltweit Aufträge an Land gezogen. Sie verarbeiten unter anderem Barramundis, Haie, Pink und Queen Snapper zu Fischleder. Tatsächlich werden nur die Fische gewählt, die an der Küste gefangen werden.

Weltweit elf andere Fischleder-Hersteller

Auch Hai-Haut kann zu Fischleder verarbeitet werden. Die Oberfläche der Hai-Haut ist vor der Verarbeitung extrem rau. Früher wurde sie deshalb als Schleifpapier verwendet.

Tatsächlich sind die australischen Mermaid-Leather Hersteller nicht die ersten, die auf diese Idee gekommen sind. So wurde im Jahr 1939 in Deutschland in zehn Fabriken Fischleder hergestellt. Im Anschluss wurde 1940 in Frankfurt sogar Kleidung und Schuhe aus Fischleder vorgestellt. Lange Zeit davor stellten Naturvölker auf der ganzen Welt bereits Leder aus Fischhaut her. Heute gibt es auf der ganzen Welt Fischleder Manufakturen. Auch in Österreich und Bayern.

Komplette Verarbeitung der Fische

Getrocknete und eingefärbte Fischschuppen. Ganze Blumen werden aus ihnen gebastelt.

Das besondere an den Mermaid-Leather Jungs ist, dass sie sich der Komplettverarbeitung der geangelten Fische verschrieben haben. So wird jeder kleine Überrest weiterverarbeitet. Auch die Schuppen. Ja, richtig die Schuppen. Diese werden getrocknet und eingefärbt. Dazu muss man noch anmerken: Fischleder ist komplett geruchsneutral und so auch die getrockneten Schuppen. Letzten Endes werden die gefärbten Schuppen an Catering-Services verkauft oder explizit für Hochzeiten erworben, da sie Blütenblättern ziemlich ähneln und wiederverwendbar sind, ist das eine kostengünstige Deko-Variante.

Mermaid Leather in Esperance Western Australia

Blick von Woody Island, einer der Inseln rund um Esperance.

Wer sich aus Versehen mal in das kleine Städchen Esperance in West Australien verlaufen sollte, der hat Einiges richtig gemacht. Es gibt nicht nur jede Menge kleine Inseln, wie Black und WoodyIsland, die vor der Kleinstadt liegen und die man gemütlich mit einer Bootstour besichtigen kann – nein, man hat auch einfach mal einen 25 Kilometer langen Sandstrand vor der Nase. Und noch dazu hat man es mit unglaublich weißem Sand zu tun. Genauer gesagt solltet ihr einen Abstecher nach Lucky Bay machen, denn dort findet man nicht nur den weißesten Sand Australiens sondern man kann auch direkt am Strand neben Kängurus auf das türkisfarbene Wasser blicken.

Blick auf Lucky Bay, dem weißesten Strand Australiens.

Wie kommt man nach Esperance?

Zum Beispiel kann man mit Quatar Airways von München oder auch Frankfurt aus über Doha nach Perth fliegen. Von dort aus bietet sich ein zweistündiger Flug nach Esperance an. Oder man mietet sich ein Auto und bewältigt die Strecke in gut siebeneinhalb Stunden. Natürlich kann man auch eine andere Route wählen und an der Küste entlang fahren, dazu muss man sich aber ein bisschen mehr Zeit nehmen. Infos dazu findet man unter anderem auch unter westernaustralia.com.