Ello: Das neue Facebook?

Der Hype um Ello war groß - ein soziales Netzwerk, dem man nur mit Einladung beitreten kann und das die Daten weder weitergibt, noch für Werbezwecke nutzt. Außerdem ein klares Design und weniger strikte Regeln als bei Facebook. Doch nun, nach ein paar Monaten, ist es schon wieder stiller geworden um Facebook-Konkurrent Ello. Wir haben uns das soziale Netzwerk mal genauer angeguckt und verraten euch, ob sich das (möglicherweise lange) Warten auf eine Einladung lohnt und wie Ello funktioniert.

Geschlossene Gesellschaft: Die Anmeldung bei Ello geht nur mit Einladung.

Geschlossene Gesellschaft: Die Anmeldung bei Ello geht nur mit Einladung.

Über kein anderes soziales Netzwerk wurde in den vergangenen Monaten so viel gesprochen wie über Ello. Eigentlich als private Plattform für Freunde gegründet, öffnete das Netzwerk im Herbst seine Pforten für die Öffentlichkeit. Naja, nicht ganz - denn mitmachen darf nur, wer eine Einladung hat. Wir haben uns einladen lassen und berichten euch, was es mit dem Hype um Ello so auf sich hat.

Ello Einladung

Ello ist zur Zeit in einer Beta-Version online. Das bedeutet, dass noch immer einige Fehler auftreten können und gleichzeitig noch nicht alle geplanten Funktionen verfügbar sind. Wer bei Ello mitmachen will, der braucht eine Einladung von einem Ello-Mitglied. Oder aber von Ello selbst, indem man seine E-Mail-Adresse auf der Seite einträgt und dann wartet. Und das kann dauern.

Ist es geschafft kann man sich über einen Link in der Einladungs-Mail oder mit einem Invite-Code auf ello.co anmelden und sich ein Profil einrichten.

Das Design, das einen bei Ello erwartet, ist sehr schlicht in schwarz und weiß gehalten. Das ist erstmal irritierend, wenn man Facebook inklusive Werbeeinblendungen gewohnt ist, aber hübsch. Von den Grundfunktionen ist Ello ähnlich aufgebaut wie Facebook oder Twitter - zusätzlich zum Profilbild können die User auch ein großes Headerbild hochladen und sich selbt beschreiben.

Auf dem Ello Profil könnt ihr Bilder hochladen, Links posten oder Statusmeldungen verfassen, die Freunde und Follower dann sehen. Durch die Werbefreiheit bietet das Ello-Profil genug Platz um auch mal große Bilder zu posten. Außerdem gibt es anders als bei Twitter keine Zeichenbeschränkung - wenn euch also danach ist, mal einen längeren Text bei Ello zu schreiben, sollte das kein Problem sein.

Freunde bei Ello

Wenn ihr bei Ello jemanden entdeckt, den ihr kennt oder dem ihr folgen wollt funktioniert das ähnlich, wie bei anderen sozialen Netzwerken. Um das ganze übersichtlich zu halten, gibt es bei Ello zwei Listen - "Friends" und "Noise" - über die sich die Kontakte organisieren lassen.

ello_viel_platz

Ganz schön viel Platz bei Ello. (Bild: Screenshot Ello.co)

Wen ihr in welche Liste packt, bleibt euch überlassen. Laut Ello sind die Listen aber so gedacht, dass man unter "Friends" Freunde sammelt, deren Statusmeldungen und Fotos man gerne ganz sehen will. Unter "Noise" kann man alle anderen sammeln und sieht deren Posts zwar auch, nur eben nicht so ausführlich. Auch Kommentieren kann man die Posts der anderen. Ein Nachteil: eine "Gefällt mir"-Funktion oder die Möglichkeit Post zu teilen gibt es allerdings noch nicht.

Anders als bei Facebook und Twitter sieht man die Posts bei Ello tatsächlich in der Reihenfolge, in der sie veröffentlicht werden, es wird nicht sortiert und es gibt keine gesponserten Posts. In den Einstellungen kann außerdem festgelegt werden, wie öffentlich das Profil sein soll.

Ello Werbung

Der größte Unterschied zwischen Ello und anderen sozialen Netzwerken ist, dass es komplett werbefrei ist. Es gibt keine Anzeigen und Ello verdient auch mit den Daten der Nutzer kein Geld. Da das Mitmachen bei Ello aber kostenlos ist, soll das Geld anders verdient werden. Wie auf der Seite zu lesen ist, sollen zukünftig Zusatzfunktionen angeboten werden, die die User kaufen können.

"Sehr bald werden wir damit beginnen, unseren Nutzern spezielle Features anzubieten. Wenn wir eine spezielle Funktion erstellen, die ihnen gefällt, können sie sie für einen kleinen Betrag kaufen und für immer zu ihrem Ello-Konto hinzuzufügen."

Eines dieser Features bietet dann zum Beispiel die Möglichkeit mehrere Profile mit einem Login zu verwalten. Keine schlechte Idee. Denn je nachdem welche Funktionen angeboten werden, könnte das eine interessante Erweiterung sein. Ob die Einnahmen jedoch reichen werden, um Ello langfristig kostenlos zu halten wissen wir natürlich nicht.

Ello Smiley

Das Ello-Logo - ein Smiley ohne Augen. (Bild: Screenshot Ello.co)

Gerade am Anfang war der Hype um Ello groß: Keine Werbung, keine Klarnamenpflicht und ein schöneres Design machten viele neugierig. Sogar von Massenabmeldungen bei Facebook war schon die Rede.

Doch zumindest wir haben bei Ello nicht sehr viele Freunde gefunden. Und viele Profile sehen dann auch ein bisschen aus wie ein Test: Angemeldet, einen Post gemacht und dann wohl doch wieder zurück zu Twitter und Facebook. Und ohne bekannte Gesichter ist ein soziales Netzwerk ja dann auch nicht so spannend.

Aber sollten sich tatsächlich immer mehr User bei Ello anmelden, ist es eine schöne Alternative. Vor allem weil es eben nicht eure persönlichen Daten zu Geld macht.

Was meint ihr? Seid ihr bei Ello? Wie findet ihr die Seite? Würdet ihr euch bei Facebook abmelden um zu Ello zu wechseln?