Deshalb hasse ich es, angerufen zu werden

- Klingelingeling. Ich hasse dieses Geräusch. Denn ich hasse Telefonate. Noch mehr hasse ich es allerdings, angerufen zu werden (weil Anrufe in der Regel zu Telefonaten führen) und das sind meine sehr nachvollziehbaren Gründe dafür.

Stylische Frau am Handy

Bitte ruf mich nicht an!

Durch unsere Smartphones sind wir mittlerweile 24 Stunden am Tag erreichbar. Und das mit der Erreichbarkeit fordern einige Menschen auch ein … ohne Rücksicht auf die Person am anderen Ende der Leitung. Wer mich anruft, könnte mich bei wichtigen Dingen stören, könnte Nickerchen unterbrechen, mich beim Nichtstun ablenken oder auch nur meinen Handy-Akku belasten. Klar, ich muss ja nicht rangehen (das mache ich ja auch nicht), aber dennoch sehe ich es immer als einen Eingriff in mein Leben, wenn dieser fürchterliche iPhone Standard-Klingelton ertönt.

Wenn ich von Anrufen nicht gestört werden möchte, könnte ich mein Handy natürlich auch einfach ausschalten, in den Flugmodus oder auf lautlos stellen. Aber lasst uns mal realistisch sein: seit der Evolution zum Smartphone sind Handys schon lange nicht mehr nur für Telefonate da. Heute schreiben wir uns damit Nachrichten, schießen Selfies, posten sie auf Instagram, streamen Serien auf Netflix oder surfen durch das Internet. Und gegen WhatsApp-Nachrichten oder andere Vorteile des modernen Mobiltelefons habe ich auch gar nichts einzuwenden. Wo der Unterschied liegt? WhatsApp-Nachrichten kann man leichter ignorieren. Man muss sie nicht mal öffnen, um zu wissen, ob man darauf reagieren möchte. Sie fordern keine sofortige Handlung, ich muss nicht alles stehen und liegen lassen, wenn sie hereinzwitschern. WhatsApp-Nachrichten geben mir die Wahl.

Aber bei Anrufen weiß man nie, weshalb der Anrufer durchklingelt. Ein klingelndes Handy empfinde ich wie die sprichwörtliche Pistole auf der Brust, die mich dazu zwingt, sofort alles stehen und liegen zu lassen, um das Gespräch zu beantworten. Das Spektrum an möglichen Anrufgründen ist dabei sehr breit und es reicht von Langeweile bis hin zu Notfall. Weil mich Leute bislang aber eher aus Langeweile angerufen haben, habe ich eine Aversion für Telefonate entwickelt. Ich empfinde heute jedes Handy-Klingeln als eine Unannehmlichkeit, die mich von wichtigeren Dingen ablenken, die ich mit meinem Handy und meiner Zeit anfangen kann.

Ganz davon abgesehen bin ich eine unsoziale Bitch, die keine Lust auf Menschen hat, nie ihre Voicemails anhört, frühestens nach drei Tagen auf WhatsApp-Nachrichten reagiert und nichts lieber macht, als alleine daheim auf der Couch zu sitzen und das Instagram-Profil von Hamilton The Hipster Cat zu stalken. Vielleicht liegt es also auch an mir …

FYI: Er geht mir aus dem Weg: SMS oder anrufen?

So telefonierst du mit IHM