Nicole Thost erzählt, "Dann war ich Olympiasiegerin …"

- Nicola Thost ist die erste und bisher einzige deutsche Olympiasiegerin in der Disziplin Snowboard. Wie sie sich beim Sieg 1998 gefühlt hat und was sie jetzt - 10 Jahre später - macht, erzählt sie hier

Mit erst drei Jahren stand ich das erste Mal auf Ski! Wir sind mit der Familie oft in den Bergen zum Skiurlaub gewesen. Zum Snowboarden bin ich 1991 durch meinen Vater und meinen älteren Bruder gekommen. Oliver war schon immer mein Vorbild - allgemein, die ganze Familie war schon immer sehr sportbegeistert. Daher habe ich meinem Bruder auch beim Snowboarden nachgeeifert. Snowboardlehrer gab es damals keine – es war ein sehr mühsamer Weg bis ich die ersten Schwünge konnte.
Das schönste Erlebnis …
Nur eineinhalb Jahre vor den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998 wurde entschieden, Snowboarden als olymische Disziplin aufzunehmen. Ich wurde in der Halfpipe die erste Olympiasiegerin! Obwohl ich auch zuvor schon einige wichtige Wettkämpfe gewonnen hatte, wurde ich mit 21 Jahren vom plötzlichen breiten Medieninteresse an unserer damaligen „Rand-und Funsportart“ ziemlich überwältigt. Das schönste Erlebnis war, dass ich über Nacht all den Menschen, die für mich mitgefiebert haben eine solche Freude bereiten konnte.
Nach vier Monaten Wahnsinn waren die Akkus leer
Zum 13.Februar 2008 hat die Medaille schon 10-jähriges Jubiläum. Wie die Zeit vergeht … Ich erinnere mich vor allem an die anstehenden großen Wettkämpfe - wie die US Open oder Nippon Open gleich im Anschluss, bei denen ich unter einem ziemlich Erwartungsdruck stand. Der Druck kam nicht nur von den anderen Fahrerinnen, sondern auch den Medien. Nach vier Monaten non-stop Hype waren die Akkus leer und ich hatte nur noch das Bedürfnis nicht mehr nur die „Olympiasiegerin“ zu sein und in Ruhe all die Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Daher reiste ich für sechs Wochen auf eine kleine Insel in Griechenland zum Windsurfen. Ein paar Wochen unterzutauchen - das war super!
Das Karriereende

Nach 3 Kreuzbandrissen im Knie zwischen 2000 und 2003 beendete ich meine 2003 Wettkampfkarriere 2003 und begann mein Sportmarketing Studium in München. Die Karriere an einem Punkt zu beenden, an dem man Wettkämpfe gewinnen könnte, jedoch der Körper nicht mehr mitmacht, war besonders schwierig für mich. Da haben mir mein Studium und die vielen Reisen zum Windsurfen sehr geholfen.
Der Neuanfang
Nach zwei Jahren Pause vom Schnee habe ich das Snowboarden für mich neu entdeckt und definiert und bin so begeistert davon wie früher schon. Mit der Organisation der „Nicola Thost SnowCamps“ habe ich die Chance, begeisterten Snowboarderinnen nicht nur eine tolle ereignisreiche Woche im Schnee zu ermöglichen, sondern sie auch zusammen mit meinem professionellen Coachteam dabei zu begleiten, neue Dinge auszuprobieren, zu lernen und ihnen zu zeigen, was alles in ihnen steckt. Ich freue mich schon jetzt auf jedes einzelne der Camps.
Mehr Informationen und Infos zu ihren aktuellen Projekten gibt’s unter: www.nicolathost.com