Amazon bringt mit "Prime Wardrobe" die Anprobe nach Hause – und wir haben gemischte Gefühle

Der Onlinehändler Amazon will seine Kleidersparte attraktiver machen - und uns mit "Prime Wardrobe" die Anprobe quasi nach Hause bringen. Vereinfachte Retouren, Rabatte und sogar eine Stilberatung sollen möglich sein und uns das Einkaufserlebnis in die eigenen vier Wände bringen. Wir haben das Modell mal etwas genauer unter die Lupe genommen...

Amazon Prime Wardrobe

Der Onlinehändler Amazon drängt mehr und mehr auf den Fashion-Markt

"Prime Wardrobe": Macht Amazon jetzt Zalando und Co. Konkurrenz?

Der Onlinehändler Amazon testet in den USA ein neues Angebot: Kunden mit Prime-Mitgliedschaft können sich eine Kleiderbox zuschicken lassen, die alle Kleidungsstücke der Bestellung zum Anprobieren enthält. Was nicht gefällt, wird einfach wieder in den Karton zurückgepackt und von Amazon kostenlos zum Wunschtermin abgeholt. Bezahlt wird nur, was behalten wird. Wer viel behält, bekommt nachträglich einen Rabatt. Auch das Ausfüllen von Retourenlabels ist passé: Das Formular ist bereits vorbereitet und muss nur noch aufgeklebt werden. Mit dem neuen Angebot will Amazon zunächst in den USA die Onlinekäufe von Kleidung steigern, da Deutschland aber der zweitgrößte Markt für das Unternehmen ist, können wir vielleicht auch hierzulande bald mit "Prime Wardrobe" rechnen.

Mit Rabatten gegen die hohe Rücksenderate

Der Köder hinter "Prime Wardrobe" ist ein spezielles Rabattsystem, mit den Amazon Rücksendungen eindämmen will. Wer bei zwei bis drei Artikel behält, zahlt 10 Prozent weniger. Ab vier Artikeln gibt es 20 Prozent Rabatt auf den Einkauf.

Kundenberatung durch "Echo Look"

Auch auf den Kundenservice soll bei Amazon nicht verzichtet werden. Das Unternehmen stellte im April 2017 Amazon "Echo Look" vor. Eine Kamera , die wie der "Echo"-Lautsprecher auf Sprachkommandos reagiert, aber auch Fotos oder Videos der Nutzer aufnehmen kann. Mithilfe der zugehörigen App sollen Nutzer etwa bei der Frage beraten werden, welche Kleidung ihnen besser steht. Mit der Funktion "Style Check" sollen durch Maschinenlernalgorithmen und Stylisten außerdem zwei Kleidungsstücke miteinander verglichen werden können. Kling wie in einem Science Fiction Film – und wir fragen uns: Ist das wirklich nötig? Der Plausch mit der netten Verkäuferin oder den entspannten Einkaufsbummel in der Stadt, ist für uns immer noch etwas, auf das wir ungerne verzichten wollen. Und auch gerne mal unsere eigenen vier Wände für verlassen.

Hier erfahrt ihr mehr über Amazon "Prime Wardrobe":