Ist das der erste "Tote Mädchen lügen nicht“ Nachahmer-Selbstmord?

- Ein junger Mann aus Peru hat sein Leben beendet. Die Umstände um seinen Freitod – insbesondere seine Abschiedsbriefe – sind erschreckend ähnlich wie die Handlung einer ziemlich kontroversen Netflix-Serie …

Hannah Baker aus 13 Reasons Why

Katherine Langford, die in "Tote Mädchen lügen nicht" die Hauptfigur Hannah Baker spielt

Franco aus Peru war 23 Jahre alt, als er sich dazu entschlossen hat, sein Leben zu beenden.  Die Gründe dafür sind unklar, aber kurz bevor er sich das Leben genommen hat, rief er laut Lokalmedien "Ich kann Liebeskummer nicht ertragen“ und sprang dann in den Tod.  Bei den anschließenden Ermittlungen fanden Polizisten dann zwei Abschiedsbriefe, einen für eine Frau namens Claudia und einen weiteren Brief mit Anweisungen. In dem zweiten Brief ist genau erklärt, wer Audiodateien erhalten sollte, die er vor seinem Freitod aufgenommen hat und auf seinem Computer gespeichert hat. Die Leute, die eine Audiodatei erhalten sollten, sind die Menschen, die Franco in seiner Auffassung dazu getrieben haben, sich umzubringen.

Das kommt euch irgendwie bekannt vor? Dann liegt das daran, dass dies die Handlung einer sehr kontroversen Netflix-Serie ist: "Tote Mädchen lügen nicht“. In der Serie, die auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher beruht, begeht die Schülerin Hannah Baker Selbstmord und hinterlässt als Abschiedsbrief 13 Kassetten für die 13 Personen, die sie in den Suizid getrieben haben.

Die Serie ist zwar ein riesiger Hit auf Netflix, doch sie musste auch viel Kritik einstecken. Eltern, Psychologen und Jugendschutzbeauftragte werfen "Tote Mädchen lügen nicht“ vor, Selbstmord zu verherrlichen und jungen Menschen (wie Franco aus Peru) als Negativ-Vorbild zu dienen. Während Netflix argumentiert, dass die Serie die Diskussion über unangenehme Themen wie Selbstmord eröffnet, behaupten Kritiker "Tote Mädchen lügen nicht“ könne bereits selbstmordgefährdete Zuschauer eher dazu motivieren, sich wirklich das Leben zu nehmen.

Es steht nicht fest, ob sich Franco von "Tote Mädchen lügen nicht“ hat inspirieren lassen, doch die Umstände seines Todes sind erschreckend ähnlich wie die Handlung der Serie. Deshalb ist die Kritik an der Serie offenbar berechtigt. Wir finden es jedenfalls schrecklich, dass Franco sein Leben beendet hat und sollte "Tote Mädchen lügen nicht“ tatsächlich als Vorlage gegolten haben, wäre es ratsam zu überlegen, inwiefern die Serie so weiterlaufen kann, wie sie das jetzt tut.

Wenn ihr darüber nachdenkt, euch das Leben zu nehmen, gibt es da draußen Hilfe für euch. Eine erste Anlaufstelle ist die Seite Freunde fürs Leben, wo ihr gebündelt Informationen und Selbsthilfemöglichkeiten findet.