Die No Poo Methode

No Poo (kurz für "No Shampoo“) – also der Verzicht auf Shampoos und Conditioner – ist ein Pflegetrend aus Hollywood. Stars wie die Olsen-Zwillinge schwören angeblich darauf und waschen sich ihr Haar nur noch mit Wasser und natürlichen Shampoo-Alternativen. Unser Redakteur hat das Experiment ein ganzes Jahr lang durchgezogen und erzählt euch hier von seinen Erfahrungen mit No Poo.

Ashley und Mary-Kate Olsen

Prominente Anhängerinnen der No Poo Methode sollen die Olsen Zwillinge sein 

Stars wie die Olsen-Zwillinge oder Beauty Blogger, die auf die No Poo Methode schwören, verzichten in der Regel sechs bis acht Wochen auf Shampoos und Conditioner. Ziel des Experiments ist es, dadurch gesündere, kräftigere Haare zu erhalten, die nicht mehr so schnell fetten. Zum Haarewaschen wird während dem No Poo Experiment ausschließlich Wasser oder natürliche Shampoo-Alternativen wie Tonerde, Natron oder Waschnüsse verwendet. Apfelessig wird häufig als Ersatz für Pflegespülungen eingesetzt. Der Gedanke hinter dem No Poo Experiment ist, dass die chemischen Stoffe in Pflegeprodukten die Haare und Kopfhaut angreifen können. Das leuchtet mir ein – deshalb habe ich über ein Jahr lang auf Shampoo verzichtet und das ist dabei passiert:

Vor der No Poo Methode

Ich habe kinnlanges Haar, das sehr fein ist und schnell fettet. Deshalb habe ich mir mein Leben lang täglich die Haare gewaschen, wodurch mein Haar irgendwann so  dünn war, dass selbst Haargummis einfach aus den Haaren gerutscht sind. Nichts hat gehalten, die Haare waren kraftlos und stumpf. Damit wollte ich nicht mehr leben.  

Erste Erfahrungen mit dem No Poo Experiment

So bin ich auf den No Poo Trend gestoßen. Da mein Haar extrem schnell fettig wird, war ich zunächst skeptisch. Und tatsächlich: im ersten Monat meines No Poo Experiments habe ich mir die Haare weiterhin täglich gewaschen, jedoch ohne Shampoo und Conditioner und die Öl-Situation auf meinem Kopf wurde noch schlimmer. Ich war kurz vorm Aufgeben, als erste Erfolge eintraten. So war das Haar nach circa einem Monat plötzlich nicht mehr so fettig, fühlte sich außerdem gesünder und voller an. Auch Frisuren haben auf einmal viel besser gehalten.

Während der No Poo Methode

Diese spürbaren Erfolge haben mich motiviert, weiterhin durchzuhalten. Natürlich heißt No Poo nicht, dass ich meine Haare nicht trotzdem gepflegt habe. So habe ich es abends und morgens gründlich gebürstet und meist jeden zweiten Tag mit lauwarmen Wasser gewaschen und schließlich an der Luft trocknen lassen.

No Poo – Umsetzung und Durchführung

Das lief circa drei Monate lang ganz gut. Doch irgendwann hat sich mein Haar sehr trocken angefühlt, weshalb ich angefangen habe, Kokosöl in die Haare zu geben. Da sich das nur mit Wasser schwer auswaschen lässt, haben sich dann Reste davon auf der Kopfhaut abgelagert und es ist ein unangenehmer Geruch entstanden. Nun war ein Punkt erreicht, an dem ich nicht länger auf Shampoo verzichten konnte, sodass die erste Haarwäsche mit Shampoo etwa drei Monate nach dem Start meines No Poo Experiments erfolgte. Danach fühlte sich mein Haar tatsächlich besser an. Es war nicht so fein, wie vor dem Experiment, außerdem hat es auch nicht sofort wieder nachgefettet. Seitdem habe ich mir die Haare alle vier bis sechs Wochen mit Shampoo gewaschen.

Nach der No Poo Methode

Und heute? Seit etwa einem Jahr wasche ich mir mein Haar wieder mit Shampoo, No Poo habe ich zwölf Monate durchgezogen. Das war keine Entscheidung gegen No Poo, sondern eher etwas, das schleichend passiert ist. Ich wasche mir die Haare jetzt jeden zweiten Tag, also drei Mal pro Woche, ein bis zwei Mal verwende ich dafür Shampoo. Durch die No Poo Methode hat sich meine Haarstruktur deutlich verbessert, mein Haar fettet nicht mehr so schnell und es fühlt sich griffiger und kräftiger an. Ich habe mir dadurch antrainiert, dass ich die tägliche Haarwäsche nicht brauche.