Winterhaut: Sechs Tipps gegen trockene Haut

- Im Winter wird die Haut besonders strapaziert und beansprucht. Und dafür sind nicht nur kalte Temperaturen, Schnee und eisiger Wind verantwortlich. Auch die Temperatur eures Badewassers oder die Ernährung in den kalten Monaten kann einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Haut haben. Damit ihr für den kommenden Winter bestens gewappnet seid, präsentieren wir euch sechs nützliche Tipps für die Winterhaut von zwei Hautexperten. Mit diesen einfachen Tricks und Kniffen ist trockene Haut die im Winter spannt passé.

Beauty-Mythen: Hautpflege im Winter

Wer genießt es nicht: Nach einem langen und anstrengend Tag im Winter ein entspannendes Bad zu nehmen? Im warmen Wasser für ein paar oder ein paar mehr Minuten abschalten und den Alltag vergessen. Sich etwas Gutes tun. Doch Gutes tut man seiner Haut mit einem heißen Bad im Regelfall nicht. Wir decken Haut-Mythen auf und verraten, wie ihr eure Haut im Winter perfekt pflegt.

Dr. Gesa Muhr, Hautexpertin aus der Beiersdorf Forschung und Entwicklung, und Afsaneh Fatemi, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie an der Kö-Klinik in Düsseldorf, haben sechs Tipps, die im Winter ganz einfach nachzumachen sind. Eure Haut wird es euch danken.

Welcher Hauttyp bin ich?

Winterhaut: 6 Tipps

Lauwarm duschen und baden

Tipp 1: Durch zu langes Baden im heißen Wasser wird die Haut im Winter ausgelaugt und trocken, erklärt Afsaneh Fatemi. Die Dermatologin rät, nicht länger als 15 Minuten in maximal 25 Grad warmen Wasser zu baden. Dr. Gesa Muhr dazu: "Es ist ratsam, ein rückfettendes Dusch- oder Badeprodukt zu verwenden, das sich wie ein schützender Film um die Haut legt."

Im Winter baden

Ein ausgedehntes Bad entspannt - und die Haut wird mit der richtigen Temperatur geschont. 

Eincremen nicht vergessen

Tipp 2: Das Eincremen sollte nach jedem Bad und nach jeder Dusche zur Routine gehören. Die Bodylotion stellt die Barrierefunktion der Haut wieder her, denn das Wasser entzieht der Haut auf Dauer Feuchtigkeit. Afsaneh Fatemi vertraut gerade im Winter vor allem auf reichhaltige Feuchtigkeitscremes, die Urea beinhalten. Der synthetisch hergestellte Harnstoff wirkt als Feuchtigkeitsbinder. Allerdings ist nicht jede Urea-Creme bedenkenlos zu benutzen: "Zu viel Harnstoff kann in der Haut Mikrokristalle bilden, die zu Hautirritationen führen können", sagt die Dermatologin. Als hoch dosierte Urea-Produkte gelten die Cremes, die einen Urea-Anteil von über 10 Prozent haben.



Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen sind auch in einigen Pflegeprodukten Rückfetter enthalten! Rückfetter sind pflegende Substanzen, die Gesichtswaschgels, Duschbädern etc. beigefügt werden, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Sie werden gebraucht, weil jede Reinigung die Hautoberfläche bis zu einem gewissen Grad entfettet. Die rückfettenden Substanzen bestehen aus wichtigen Fettsäuren (z. B. Palmitin-, Linol- und Ölsäure), die dem natürlichen Fettfilm der Haut entsprechen. Sie können deshalb gut in die Hornschicht der Haut eindringen und Fettverluste ausgleichen. Rückfetter werden auch Haarpflegeprodukten beigesetzt.


Dr. Gesa Muhr rät speziell für die Winterhaut im Gesicht zusätzlich zur Tagescreme ein Serum (z.B. Q10plus Anti-Falten Serum Aktiv Perlen von Nivea, um 14 Euro) zu verwenden: "Ist das Gesicht der Kälte ausgesetzt, ziehen sich die Blutgefäße unter der Haut zusammen, um die Wärme im Körperinneren zu bewahren. Die Blutzufuhr zur Haut wird dadurch gedrosselt. In der Folge bekommt sie schnell zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, und ihr Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Freie Radikale haben dann ein leichteres Spiel." Im Winter hilft spezielle Cold Cream, die Haut vor Kälte zu schützen.

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale sind kurzlebige, sehr aktive Stoffe (Atome mit Elektronen). Sie entstehen entweder als Nebenprodukt des Stoffwechsels oder werden durch die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts gebildet. Sie können Körperzellen schädigen und sind für die Hautalterung mit verantwortlich. Gegen die freien Radikale schickt der Körper so genannte Radikalfänger oder Antioxidantien ins Feld. Das sind zum Beispiel Enzyme und Vitamine, die die aggressiven Stoffe an sich binden und damit unschädlich machen. Deshalb setzen viele Kosmetikprodukte auf sie.

Winterhaut eincremen

Nach dem Duschen oder Baden gilt gerade im Winter: immer eincremen. 

Peeling im Winter

Tipp 3: Wenn die Haut im Winter an Stellen wie Ellenbogen oder Knien schuppt, hilft ein sanftes Peeling mit anschließender Creme-Pflege. Afsaneh Fatemi rät hierzu: "Gegen Reibeisenhaut an den Schienbeinen nimmt man am besten Öle wie Jojoba-, Mandel-, Granatapfel- oder Olivenöl. Die Körperhaut hat schließlich neunmal weniger Talgdrüsen als das Gesicht: Die Öle sind reich an Linolsäure, wie sie auch in der Haut vorkommt."

Die richtige Ernährung im Winter

Tipp 4: Trockene Haut neigt sehr schnell zur Faltenbildung. Um dem vorzubeugen hilft es, möglichst viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Im Winter sollten es deshalb auch mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag sein. Auch Wintergemüse kann dann helfen: "Rosenkohl und rote Beete lindern dank ihres hohen Vitamin-B-Gehalts kleine Entzündungen und schützen so vor Faltenbildung der Haut", so Dr. Gesa Muhr. Vitamin C (in hoher Konzentration in Zitrusfrüchten) hilft bei der Kollagenproduktion, Biotin, Zink, Jod, Niacin, Riboflavin und Vitamin A tragen zur Erhaltung der Hautfunktion bei. Warum diese wertvollen Nährstoffe nicht mal in Form eines Smoothies zu sich nehmen? Wir haben sechs Rezepte für euch: Smoothie Rezepte

Winterhaut pflegen

Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee solltet ihr am Tag zu euch nehmen. 

Im Winter regelmäßig lüften

Tipp 5: Auch wenn es im Zimmer mal kurzzeitig etwas frisch wird: Regelmäßiges Lüften ist im Winter Pflicht, um eure Haut zu schützen. Gesa Muhr erläutert: "Die trockene Heizungsluft sorgt dafür, dass die natürliche Feuchtigkeit in den äußeren Hautschichten verdunstet und die Haut regelrecht austrocknet." Verzichtet man im Winter auf regelmäßiges Lüften, kann die Luftfeuchtigkeit im Raum auf 25 bis 30 Prozent sinken, ideal ist aber eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Pozent, so Afsaneh Fatemi.

Luft befeuchten

Tipp 6: Wer neben regelmäßigem Stoßlüften zum guten Raumklima beitragen will, befeuchtet die Luft zusätzlich. Dermatologin Afsaneh Fatemi verrät ihren Geheimtipp: "Grünpflanzen wie Zyperngras, Zimmerlinden, Papyrus oder Grünlilien sind die ökologische Alternative zum Luftbefeuchter. Sie geben rund 98 Prozent des aufgenommenen Wassers an die Umgebung ab und schaffen ein hautfreundliches Raumklima."

Welche Pflanze passt zu mir?

Wie pflegt ihr eure Haut im Winter?