Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion

"Jeder dritte Deutsche leidet an einer Schilddrüsenerkrankung", sagt die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. Die bekanntesten Störungen der Schilddrüse sind die Schilddrüsenüberfunktion und die Schilddrüsenunterfunktion. Wir haben für euch recherchiert und die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion arbeitet euer Stoffwechsel im Sparmodus. Die Schilddrüse bildet weniger Hormone, als euer Körper benötigt. So werden durch die Unterversorgung verschiedene Stoffwechselprozesse verlangsamt.

Gewichtszunahme bei Schilddrüsenunterfunktion!

Typische Symptome Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind: Gewichtszunahme, Verstopfung, ein niedriger Puls und Blutdruck, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Frieren, dünner werdendes, glanzloses Haar und kühle, trockene Haut. Auch Konzentrationsschwäche und Depressionen können Anzeichen einer Unterfunktion sein. Ihre häufigste Ursache ist eine Entzündung der Schilddrüse.

Schilddrüsenunterfunktion und Pille

Auch wenn mit der Pillen-Einnahme ganz individuelle Nebenwirkungen auftreteten können, die denen einer Schilddrüsenunterfunktion möglicherweise ähnlich sind, gibt es offiziell keine Verbindung zwischen der Verhütungspille und einer Schilddrüsenunterfunktion. Empfindet man eine zunehmene Trägheit und fühlt sich häufig schlapp und müde, kann ein Besuch beim Haus- oder Frauenarzt dennoch nicht verkehrt. Vielleicht passt der eigene Hormonhaushalt auch einfach nicht mehr zu der Pille, die vielleicht schon seit etlichen Jahren eingenommen wird. Welche Alternativen es gibt, kannst du im Pillen-Check herausfinden!

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren. Die Schilddrüse produziert wesentlich mehr Hormone als der Körper braucht und die Überversorgung beschleunigt den gesamten Stoffwechsel.

Typische Symptome der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sind: eine vergrößerte Schilddrüse, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, vermehrtes Schwitzen am ganzen Körper, Nervosität, Überaktivität, häufiger Stuhlgang, Zittern der Hände, warme und feuchte Haut und ein schneller Puls. Auch Haarausfall und Zyklusstörungen können auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen.

Weil die Betroffenen Gewicht verlieren und vor Aktivität sprühen, empfinden sie die Schilddrüsenüberfunktion zuerst häufig gar nicht als unangenehm. Trotzdem muss eine Schilddrüsenüberfunktion auf alle Fälle behandelt werden.

Mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion gibt es viele. Knoten in der Schilddrüse oder eine Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow) können das Organ dazu anregen, vermehrt Hormone auszuschütten.

Diagnose und Behandlung

Eine Blut- und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse geben dem Arzt darüber Aufschluss, ob die Hormonkonzentration im Blut zu hoch oder zu niedrig und ob die Schilddrüse vergrößert ist.

In vielen Fällen kann die Hormonproduktion der Schilddrüse mit Medikamenten (durch Einnahme sogenannter Schilddrüsenhemmer bei einer Über- oder von Schilddrüsenhormonen bei einer Unterfunktion) reguliert werden. Dabei überprüft der Arzt die Dosierung regelmäßig. Wer an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, muss den Hormonersatz zeitlebens einnehmen.

Welche Aufgaben und Funktionen hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse verdankt ihren Namen ihrer Form und ihrem Sitz. Sie ist schmetterlingsförmig und liegt wie ein Schild am vorderen Hals knapp unter dem Kehlkopf vor der Luftröhre. Ihre Hauptaufgabe: die jodhaltigen Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) zu produzieren und unseren Körper damit zu versorgen. Bei Schilddrüsenstörungen beginnt schon hier das Problem.

Die Schilddrüse spielt bei vielen Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Wie wir Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette verstoffwechseln, Energie umsetzen, wie unsere Verdauung und unser Herz-Kreislauf-System funktionieren und wie unser Körper seine Temperatur reguliert, ist unter anderem von den Schilddrüsenhormonen abhängig.

Welcher Stoffwechseltyp bist du? Hier geht's zum Test

Schilddrüsenuntersuchung

Um die Hormone T3 und T4 zu bilden, braucht die Schilddrüse ausreichend Jod (bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern ist der Jodbedarf erhöht). Welche Menge an Schilddrüsenhormonen gebildet und ins Blut abgegeben wird, kontrolliert und regelt unser Gehirn in einem komplexen Regelkreislauf, genauer gesagt die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und der Hypothalamus (eine wichtige „Schaltzentrale“ im Zwischenhirn).

Die Hirnanhangdrüse produziert das Hormon TSH, das unsere Schilddrüse anregt oder hemmt, T3 und T4 zu bilden. Befinden sich zum Beispiel zu wenig T3 und T4 in unserem Blut, registriert das unser Gehirn und setzt TSH frei, um die Produktion von T3 und T4 anzuregen. Die Abgabe von TSH wird wiederum vom Hypothalamus kontrolliert.

Und wenn dieser Schilddrüsenhormonspiegel aus dem Gleichgewicht gerät, kann das zu einer Über- oder einer Unterfunktion der Schilddrüse führen. Bei einer Überfunktion schüttet die Schilddrüse zu viel Hormon ins Blut aus, bei einer Unterfunktion zu wenig. Um wirklich sicher zu erkennen, ob man eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion hat, bestimmt der Arzt deshalb die Konzentration der Hormone im Blut, also den TSH-Wert und die Menge an T3 und T4 - bei einer Blutabnahme.

Kleinere optische Veränderungen müssen aber nicht unbedingt auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion hinweisen - auch Mangelerscheinungen können Schuld daran sein. Erfahrt hier mehr darüber!

Häufig kann auch ein geregelter Tagesablauf, mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung helfen. So kommt der eigene Kreislauf wieder in Schwung.