Schamhaare und ihre Rückkehr ins Promi-Land

Die Schamhaare sind zurück! Nicht, dass sie wirklich jemals weg waren, nein, da hatte die Natur stets anderes mit unserem Intimbereich vor. Aber die Zeiten des Brazilian Waxings und anderer Intimrasur-Arten scheinen sich dem Ende zuzuneigen. Und das alles nicht etwa wegen Charlotte Roche. Erst zeigte Übermodel Kate Moss im Love Magazine ihren Flaum und jetzt verhilft Lady Gaga den Schamhaaren zu ihrem wohlverdienten Comeback! Wir verraten, warum das so ist und haben alle Infos zur Intimbehaarung für euch. Plus: Was denken Männer über Schamhaare bei Frauen?

Schamhaare Lady Gaga

Lady Gaga zeigte auf dem Candy Magazin im Jahr 2013 ihre Schamhaare

Lady Gaga zeigte sich nackt

Auf einer Ausgabe aus dem Jahr 2013 des Candy Magazins zeigt sich Lady Gaga mit ihrem geliebten Schnurri und unten ohne - und präsentiert dabei Schamhaare, wie wir sie so schon lange nicht mehr gesehen haben. Voll und ganz, nur ein wenig an den Seiten getrimmt.

Endlich zeigt eine Frau, wie eine Frau untenrum aussieht

Nun, nachdem sich Stars wie Miley Cyrus, Nicky Minaj und eben auch Lady Gaga 2013 alle Mühe gegeben haben, uns mit Cameltoes, oben ohne und unten ohne zu beeindrucken, schockiert uns das Nacki-Cover von Lady Gaga nur bedingt. Ein wenig freuen wir uns sogar, dass endlich mal wieder eine Frau zeigt, wie eine Frau untenrum aussieht: nämlich schambehaart! Nur Kinder sind dort von Natur aus blank. Darum: Danke, Lady Gaga!

Kate Moss und die Schamhaare

Und Lady Gaga war 2013 nicht die einzige Verfechterin von Schambehaarung: Für das Love Magazine No 9(Spring 2013) fotografierte Tim Walker Kate Moss nahezu nackt, nur ein paar Blümchen bedecken den Astralkröper des Models. Und Kate scheut sich auch nicht davor, ihren Intimbereich samt Schamhaare zu präsentieren.

Facts über Schamhaare

Schamhaare haben meist einen dunkleren Farbton als die Kopfhaarfarbe, bei Rothaarigen, Hellblonden oder Schwarzhaarigen haben sie oft den gleichen Farbtoon wie die Haarfarbe. Ein Schamhaar wächst etwa sechs Monate, bevor es ausfällt. Pro Monat kann es bis zu einem Zentimeter wachsen.

In manchen Kulturen gelten Schamhaare bei Frauen als besonders weiblich, außerdem vermitteln sie Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit und gelten deshalb kulturübergreifend als sekundäres Geschlechtsmerkmal.

Tatsächlich: Schamhaare!

Lange nicht mehr gesehen, und darum nun mit einem großen "Hallo" begrüßt. Denn seit Mitte der 90er-Jahre sah man in erotischen Bildern von Frauen, die den Mainstream-Markt erreichten - wir sprechen hier nicht von Pornografie, wo Schamhaare genau wie alle anderen Looks da unten immer schon eine Rolle spielten und spielen werden - kaum noch eine nahezu naturbelassene Schambehaarung. Selbst Schauspielerin Gwyneth Paltrow plauderte bereits über ihre Intimfrisur: "Meine Schamhaare sind pure Seide."

Trimmen, waxen, rasieren

Spätestens seit der berühmten Kookai-Werbung von 1999 mit dem kleinen Rasenmäher-Mann, der sich im Schritt einer gesichtslosen Schönheit zu Werke machte, wurde getrimmt, geschoren, rasiert, gewaxt. Nun, auch bei den Bildern von Kate Moss und jetzt Lady Gaga werden die Schamhaare in ihre Grenzen gewiesen, aber eben nicht als ultradünner Landing Strip, sondern als üppiges Viereck. Intimrasur ja, aber in Maßen eben.

Wir finden die Fotos mutig und toll. Denn sie eröffnen uns Frauen einen neuen Zugang zum Thema Schamhaare: Es ist völlig okay, sie zu haben. Wenn eine der schönsten Frauen der Welt (Kate Moss)  für mehr Gelassenheit im Styling der intimsten Stellen plädiert, wird der Busch vielleicht nicht länger als unsexy Relikt der 70er-Jahre wahrgenommen.

Rasiert oder Busch?

Wer trimmen oder waxen will, darf das. Wer aber dazu keine Lust hat, soll sich bitte auch nicht länger dazu genötigt fühlen, sich ständig Gedanken um den Look des Intimbereichs zu machen. In England gab es im Sommer 2013 sogar das "Project Bush", das Frauen dazu aufrief, ihren Intimbereich - am besten samt Schambehaarung - fotografieren zu lassen und damit gegen die Zwänge und Vorschriften der modernen Gesellschaft zu protestieren. Waxing habe sich zu solch einem Mainstream-Trend entwickelt, dass jungen Frauen gar keine Wahl gelassen werde, als mit dem Strom zu schwimmen und sich einer teils schmerzhaften und unter Umständen sogar riskanten Schamhaarentfernung zu unterziehen, um sich auch von ihren Schamhaaren zu trennen. Ob auch noch daraus ein Trend wird, sich die Schamhaare zu färben ?

Was denken Männer über Schamhaare bei Frauen?

Doch wie stehen eigentlich Männer zu Schamhaaren bei Frauen? Bevorzugen sie einen blitzblank rasierten Intimbereich, kurz getrimmte Schamhaare oder einen Busch? Auf der Website "jezebel.com" wurde zu dem Thema eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse so vielfältig wie die Möglichkeiten zur Gestaltung der eigenen Intimfrisur sind.

Ein Befragter gab zu Protokoll, dass er so viele Schamhaare wie möglich bevorzugt, weil sie beim Sex sein Glied kitzeln würden. Außerdem hätten sich einige seiner Freunde als homosexuell geoutet, die zuvor erklärt hätten, nur auf blankrasierte Frauen stehen würden (Die Anwendbarkeit seiner "Studie" lassen wir mal dahingestellt). Ein weiterer Befragter sagte, dass ihm die Intimfrisur bei einer Frau egal sei, solange er später keine Schamhaare im Mund hätte. Für einen anderen Mann lässt ein unrasierter Intimbereich auf eine Frau schließen, die nicht viel Wert auf ihr Äußeres legt. Landing Strips oder gar besondere Intimfrisuren á la Tannenbaum & Co. wurden genannt.

Der Tenor aller Antworten war jedoch: Männer sind in erster Linie glücklich, dass sie euch überhaupt nackt zu Gesicht bekommen. Wie eure Intimfrisur aussieht und ob ihr Schamhaare stehen lasst oder nicht, wollen sie euch nicht vorschreiben. Alle Teilnehmer der Befragung waren sich einig darüber, dass Frauen genau die Intimfrisur tragen sollten, mit der sie sich wohl fühlen.

Was meint ihr: Busch, Landing Strip oder doch blitzeblank?