Rosacea und Couperose: Hautpflege gegen Hautrötungen

Ab und zu mal rot werden ist charmant. Aber wer unter Couperose, einer permanenten Rötung der Haut leidet, empfindet das als äußerst störend. Denn mit den meist geröteten Wangen und Nasenpartien gehen auch ein Spannungsgefühl und Juckreiz einher - und die Krankheit kann auch zu eitrigen Pusteln und Verwachsungen führen. Doch gegen Couperose und auch die stärker ausgeprägte Rötung, die Rosacea, gibt es mehr Mittel, als nur mit grünstichigen Farbpigmenten das Rot zu neutralisieren. Erfahrt hier, wie ihr bei Couperose und Rosacea Rötungen im Gesicht mindern könnt und was Stars wie "Sex and the City"-Schauspielerin Cynthia Nixon dagegen tun.

Mehr als nur rote Wangen: Rosacea und Couperose lassen sich behandeln.

Was ist Couperose?

Eine Couperose wird durch kleine Krampfadern der Venen in der Gesichtshaut gebildet, umgangssprachlich „geplatzte Äderchen“. Die Venen schimmern rötlich-bläulich durch die Haut und bilden oft netzartige Erscheinungen.

Was bedeutet Rosacea?

Rosacea heißt übersetzt "rosenfarben". Was harmlos klingt, kann starke Beschwerden mit sich bringen: Rosacea, oder auch Rosazea, ist eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, die in den meisten Fällen nach dem 30. Lebensjahr in Erscheinung tritt und vor allem helle Hauttypen betrifft. Im Volksmund wird Rosacea auch „Kupferrose“, „Kupferfinne“ oder „Rosenfinne“ genannt. Bei Rosacea handelt es sich um fleckenförmige, manchmal auch schuppende Hautrötungen oder Pusteln auf den Wangenpartien. Die Hautkrankheit kann jedoch auch in eine knollenartige Wucherung der Nase ausarten, eine so genannte "Knollennase" oder "Kartoffelnase".

Bislang ist man sich noch nicht sicher, was genau als Ursache bezeichnet werden kann – oft handelt es sich um eine Regulationsstörung der Gefäßversorgung im Gesicht oder eine neurogene Entzündung. Die Rosacea beginnt generell als eher unscheinbare Hautrötung, die vor allem bei Hitze, Kälte oder Stresssituationen vorkommt. Dabei sieht die Haut wie bei einem Sonnenbrand aus – eine so genannte Couperose bildet sich. In der zweiten Phase kommt es zu Pusteln und Schwellungen, danach kann es zu einer eitrigen Entzündung kommen.

Rosacea Behandlung

Da eine Rosacea sich auch über Jahre ziehen kann, ist eine Behandlung durchaus möglich, z.B. mit Antibiotika und, für eine externe Anwendung, Azelainsäure und Metronidazol. Außerdem ist bei der Rosazea Vorsicht geboten, denn eine solche Hauterkrankung kann auch auf das Auge übergehen und dauerhafte Schäden verursachen. Daher sollte ein Arzt regelmäßig zur Kontrolle konsultiert werden. In Deutschland leiden über vier Millionen Menschen an Rosacea, die schubweise ausbricht und oftmals über mehrere Wochen oder sogar Monate andauern kann. 

Rosacea Augen

Rosacea tritt nicht nur auf Wangen und Nase auf. Bei einigen Patienten sind auch die Augen von Rosacea betroffen. Das kann sehr unangenehm sein: Die Lider sind rot und entzündet, die Augen sind trocken, geschwollen und jucken. Wenn dann auch noch starke Lichtempflichkeit und erweiterte Gefäße am Lidrand hinzukommen, sind das laut der "Deutschen Gesellschaft für Rosacea" deutliche Zeichen für eine Rosacea. Zwar gibt es auch Patienten, deren Rosacea ausschließlich auf die Augen beschränkt bleibt, bei vielen weitet sich die Krankheit aber später auf das ganze Gesicht aus.

Couperose
Starke Hautrötungen: Symptome, Ursachen und Auslöser

Noch scheint nicht genau geklärt, welche Ursachen Rosacea hat. Forscher glauben unter anderem an eine  Störung der angeborenen Immunabwehr, einen gestörten Wärmehaushalt des Körpers, eine Entzündungsreaktionen auf Mikroorganismen sowie genetische Faktoren. Auch der Einfluss von UV-Strahlen auf die Haut wird diskutiert. Weitere Rosacea Auslöser, auch Trigger genannt, können Stress, Alkohol, Bluthochdruck, Gewürze, Kälte, Hitze, Sport und falsche Kosmetik sein.

Rosacea Symptome wie Rötungen, rote Pickel, Knötchen und erweiterte Äderchen (die so genannte Couperose, eine Vorstufe der Rosacea), sollten ernst genommen werden, wenn sie über einen längeren Zeitraum bestehen. In vielen Fällen können auch die Augen von Rosacea betroffen sein, was sich neben Augentrockenheit zum Beispiel durch Binde- oder Hornhautentzündungen äußert. Dann ist es vor allem wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, damit umgehend die richtige Therapie begonnen werden kann.

Rosacea Therapie

Die schlechte Nachricht: Bislang gibt es für Rosacea noch keine Heilung. Es gibt aber auch eine gute: Man kann mit der passenden Therapie zumindest Abhilfe schaffen. Zum einen gibt es entzündungshemmende Lotionen, Gels oder Cremes (z. B. mit dem Wirkstoff Metronidazol), zum anderen können bei einer stärker ausgeprägten Rosacea auch entzündungshemmende Kapseln eingenommen werden. Neuartige Therapien setzen hauptsächlich auf niedrig dosierte Antibiotika (z. B. mit dem Wirkstoff Doxycyclin), die auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden können, ohne lästige Nebenwirkungen zu entwickeln. Eine Laserbehandlung hilft gegen erweiterte Äderchen und Wucherungen, bei sehr schlimmen Formen der Rosacea, so genannten „Knollnasen“, ist meistens ein operativer Eingriff notwendig.

Rosacea Creme

Die zu Rötungen neigende Haut ist zudem meist sehr dünn und empfindlich und braucht daher eine Extra-Portion Schutz, der aber zugleich besonders mild sein sollte. Am besten wirken Kombi-Produkte, die die Haut beruhigen, für UV-Schutz sorgen und zugleich mit grünen Pigmenten kaschieren, zum Beispiel die Anti-Rötungen kaschierende Tagespflege von Eucerin (um 20 Euro) oder die Reinigungs- und Pflege-Produkte aus der Redness-Solution-Serie von Clinique (ab 20 Euro).

Mittlerweile haben viele Kosmetikhersteller eigene Serien für die Behandlung von Rosacea auf den Markt gebracht. Die Marken Avène und La Roche-Posay setzen dabei auf eine Kombination aus einem milden Reinigungsgel oder -fluid, mit dem die Haut ohne Wasser von Make-up-Rückständen befreit wird und Cremes mit UV-Filter. In den Serien finden sich außerdem verschiedene Rosacea Cremes, Seren und Masken. Beide Produktreihen gibt es in Apotheken, die einzelnen Teile der Serien kosten ab ca. 20 Euro.

Cynthia Nixon als Rosacea Botschafterin

Über vier Millionen Deutsche sind von Rosacea betroffen - doch mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat noch nie etwas von der Hautkrankheit gehört oder weiß, worum es sich dabei genau handelt. Auch Promis kennen das Leid, zum Beispiel Renée Zellweger, Mariah Carey oder Cynthia Nixon, die sich jetzt aktiv für die Aufklärungskampagne „Anhaltende Gesichtsrötungen – Aktiv gegen Rosacea“ engagiert. "Es war eine Erleichterung von meinem Hautarzt zu erfahren, was mit meiner Haut los ist. Besonders, da sich Rosacea mit der Zeit verschlimmert, wenn die Hauterkrankung nicht behandelt wird", berichtet die aus der TV-Serie "Sex and the City" bekannte Schauspielerin. "Er erklärte mir, dass meine rabiate Art der Hautpflege zu den Rosacea-Schüben beiträgt und unterstützte mich dabei, eine für mich geeignete Art der Pflege und Therapie zu finden."

Abgesehen von Rosacea und Couperose gibt es weitere Hautkrankheiten, die vorallem im Gesicht auftreten und meist Rötungen verursachen:

Dazu zählen beispielsweise Gefäßspinnen: In der Fachsprache Spider naevi oder „Lebersternchen“ genannt - sind Gefäßneubildungen. Sie bestehen aus einem kleinen, roten punktartigen Gefäßknötchen, das etwas erhaben und meist gerade so groß wie der Kopf einer Stecknadel ist. Von diesem Knötchen ausgehend ziehen kleine Gefäße spinnennetzartig nach außen. Diese Hautveränderung tritt meist im Gesicht auf. Bei Lebererkrankungen sind sie am gesamten Körper zu beobachten.

Eine sehr unangenehme Hauterkrankung ist auch die Periorale Dermatitis! Hier erfahrt ihr mehr: Periorale Dermatitis: Was hilft wirklich?

Übrigens: Tolle Helfer bei der täglichen Gesichtsreinigung sind Reinigungsbürsten.