Retinol - ein Wunder-Wirkstoff gegen Falten?

Was ist Retinol und für was ist es gut? Erfahrt hier alles über den Wunder-Wirkstoff, der der Hautalterung vorbeugt und Falten mindern kann! Hier findet ihr alle Informationen über die Wirkstoffe von Retinol, Pflegeprodukte, die Retinol enthalten und Infos über die Entdeckung des Wirkstoffs.

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Retinol beugt Falten vor

Retinol ist ein wichtiges Vitamin und dient dem Wachstum, festigt den Knochenbau, unterstützt die Augen in ihrer Sehkraft und beugt der Hautalterung vor.

Retinol oder auch Axerophthol genannt, ist die Bezeichnung für das Vitamin A1. Bei Retinol handelt es sich um die stärkste Form des essenziellen und fettlöslichen Vitamin A, welches in tierischen Lebensmitteln, Obst und Gemüse enthalten ist.

Retinol gegen Falten

Da Retinol für die Wachstumsprozesse der Zellen verantwortlich ist, profitiert die Haut enorm von der Wirkung des Vitamins. Es unterstützt den natürlichen Anti-Aging-Effekt. Früher auschließlich für die Bekämpfung von Pickelnverwendet, wird Retinol heute auch vermehrt gegen Falten und Hautalterung eingesetzt. Normalerweise ist der Körper im Stande aus der Nahrung mit Hilfe der Provitamine selbst Retinol herzustellen und Falten wieder aufzufüllen, aber das biologische Alter hindert diesen Prozess mit der Zeit. Vitamin A wird größtenteils zunächst in der Leber gespeichert. Von dort kann es als Retinol freigesetzt und in jede Zelle des Körpers transportiert werden. Das Hautgewebe besteht aus rund 70% Kollagen. Diese Zellen sorgen mit Hilfe des gewonnenen Retinol für Spannkraft und verhindern das Erschlaffen der Haut.

Retinol gegen Hautalterungsprozesse

Hautalterungsprozesse führen jedoch zu einem Abbau von Vitamin A in der Haut und lassen die oberste Hautschicht dünner werden. Herrscht ein Retinol-Mangel, fallen bestimmte Bindegewebezellen, sogenannte Fibroblasten, immer mehr in sich zusammen und die Haut wirkt lasch. So ist die Haut nicht mehr in der Lage genügend Feuchtigkeit zu speichern und ihre Fasern verlieren an Elastizität. Die Folgen sind trockene Haut und unschöne Falten. Auf diese Weise entsteht auch Cellulite. Zudem schwächen Umwelteinflüsse (auch Rauchen) die oberste Schicht der Haut und sorgen für eine unregelmäßige Pigmentierung , durch welche jede Haut älter erscheint. An diesem Punkt setzen die Anti-Aging-Produkte mit dem Wirkstoff Retinol an.

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Mit fortschreitendem Alter wird die Kollagen-Produktion stark verlangsamt und es kommt zur Faltenbildung. Die winzigen Moleküle des Wirkstoff Retinol schaffen es durch die oberste Hautschicht zu dringen und die Kollagen-Produktion in den unteren anzukurbeln. Sie regen die Arbeit der Fibroblasten an und die erschlafften Hautzellen beginnen neues Kollagen zu produzieren. Retinol aus Anti-Aging-Produkten kann die Kollagen-Produktion um bis zu 130% steigern. Dadurch werden die Falten von innen aufgefüllt, die Haut wird geglättet und erhält eine verbesserte Textur. Auch langfristig verhindert Retinol die Faltenbildung, da es den Hautalterungsprozess verlangsamt.

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Retinol Pflegeprodukte

Mit Retinol-Cremes kann die Haut das notwendige Vitamin A von außen aufnehmen. Die Konzentration von Retinol in Anti-Aging-Produkten beträgt in Deutschland maximal 0,3%. Eine höhere Konzentration der Vitamin-A-Säure kann Hautreizungen verursachen, da die Haut sehr empfindlich auf die starke Säure reagiert. In Amerika ist trotzdem eine erhöhte Dosis von bis zu 1% erlaubt.

Retinol und Akne?

Und genau jenes hoch dosierte Retinol wird immer häufiger in Verbindung mit Akne gebracht. Viele Frauen klagen über tomatenrote Haut und schwere Akne, nachdem sie den Wirkstoff, der in anderen Fällen wiederum sehr gut gegen Hautrunreinheiten helfen soll, benutzt haben. Also, keine Experimente oder Mitbringsel aus den USA starten, das kann eure Haut zerstören. Sprecht bitte unbedingt sofort euren Hautarzt darauf an, wenn ihr Rötungen nach der Benutzung habt.

Die Nummer eins der Anti-Aging-Industrie wird in Form von Cremes, Gels, Spritzen oder Pflegeampullen auf dem Kosmetik- und Pharmamarkt angeboten. Retinol, Retinyl Aldehyde, Retinyl Acetate oder Retinyl Palmitate auf der Inhaltsliste verweisen auf ein Vorkommen von Retinol in Kosmetik-Produkten.

Retinol eignet sich auch als effektiver Wirkstoff für eine Behandlung bei lichtbedingter Hautalterung. UV-Strahlen schwächen die Zellen der Haut, rufen Falten hervor und verursachen Altersflecken. Retinol ist in der Lage diese Sonnenschäden zu beheben und den Pigmentierungsprozess zu verlangsamen. Ärzte verwenden den Wirkstoff Retinol in höherer Dosis zur Bekämpfung von Akneoder Ekzemen. Doch selbst eine geringe Konzentration baut das Bindegewebe auf und hemmt schädigende Enzyme, welche die Kollagen-Produktion beeinträchtigen. Über 2000 Studien, darunter auch viele klinische belegen: Retinol entschärft freie Radikale, regeneriert die Haut und macht sie glatt und geschmeidig. Statt auf plastische Chirurgie und Botox vertrauen immer mehr Frauen der natürlichen Wirkung von Retinol. Mit dem 100-jährigen Geburtstag feiert Retinol ein Comeback und es kommen immer mehr neue Kosmetik-Produkte mit dem Wunder-Wirkstoff auf den Markt. Doch Vorsicht: Retinol regiert sehr empfindlich auf Licht, Wärme und Sauerstoff. Ist es nicht luft- und lichtdicht verpackt, spaltet sich der Wirkstoff auf. Anti-Aging-Forscher suchen deshalb nach einer Lösung, um den Transportweg und die Wirkung von Retinol für die Haut zu optimieren.

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Retinol-Aufnahme durch die Nahrung

Die Wirkung von Retinol dient dem Wachstum und sorgt für einen festen Knochenbau. Auch für die Funktion der Schleimhäute und für eine leistungsstarke Sehkraft ist Retinol unentbehrlich. Schon ein geringer Mangel kann zu einer schlechteren Nachtsicht führen. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin-A liegt bei circa 2 mg pro Tag.Tierische Lebensmittel wie Leber, Fisch, Eier und Milchprodukte sind hervorragende Vitamin-A-Lieferanten und natürliche Retinol-Quellen. Der tägliche Bedarf kann aber auch mit dem Verzehr von pflanzlicher Nahrung leicht gedeckt werden. Besonders gut eignen sich Orangen, Karotten und Spinat, da sie eine große Menge Beta-Carotinenthalten.

Auch Brokkoli, Tomaten oder Aprikosen liefern dem Körper wertvolles Vitamin A. Eine mittelgroße Mohrrübe oder eine Portion Spinat (150g) reicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Körper kann Beta-Carotin übrigens am besten mit etwas Fett aufnehmen. Hierfür eignet sich beispielsweise eine geringe Menge Olivenöl. Eine zu fettarme Ernährung kann die Aufnahme von Retinol-Vorstufen beeinträchtigen und zu einem Vitamin-A-Mangel führen. Symptome für einen Mangel sind Nachtblindheit, Wachstumsstörungen oder Knochenbildungsstörungen. Auch eine Überdosis an Retinol kann die Gesundheit beeinträchtigen. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Sehstörungen sind die Folge zu großer Mengen an Vitamin A.

Entdeckung von Retinol

Chemisch gesehen gehört Retinol zu den Isoprenoiden und ist ein einwertiger, primärer Alkohol. Die beiden Biochemiker Elmer McCollum und Marguerite Davis entdeckten Retinol im Jahr 1909. Erst 20 Jahre später gelang Paul Karrer die erste Reindarstellung durch Lebertran. Der Chemiker Georg Wittig ebnet schließlich mit seiner Wittig-Reaktion den Weg für eine großtechnische Herstellung des Vitamin A, das durch weitere Schritte in Retinol umgewandelt werden kann. Er wird 1979 für diesen Erfolg mit dem Nobelpreis in Chemie ausgezeichnet.