Radikaldiät: Die ketogene Diät

- Die drastische ketogene Diät steht für fett- und proteinreiche Ernährung, ohne viele Kalorien zu sich zu nehmen. Klingt merkwürdig? Finden wir auch! Zwar wollen wir alle die perfekte Bikini-Figur für den Sommer, doch nicht durch solch zweifelhafte Diät-Methoden. Erfahrt hier alles über die ketogene Diät, den Klassiker unter den Low-Carb-Diäten!

Frau im Fitness-Studio

Die ketogene Diät zählt zu den Low-Carb-Diäten, bei denen eine niedrige Kohlenhydratzufuhr bei gleichzeitiger Aufnahme von vielen gesunden Fetten und Proteinen im Vordergrund steht.

Ketogene Diät

Bereits in den 1970er Jahren wurde von Dr. Atkins die erste Low-Carb-Diät entwickelt, die großen kommerziellen Erfolg feierte und auch heute noch ein wichtiger Eckpfeiler vieler Diäten ist. In den 1980er Jahren baute der kanadische Sportmediziner Mauro di Pasquale darauf auf und entwickelte die ketogene oder anabole Diät; ebenfalls eine Low-Carb-Diät, die zusätzlich auf eine hohe Fettzufuhr baut.

Hohe Fettzufuhr und Diät?

Passt das überhaupt zusammen?

Die Antwort ist ja, denn der Schlüssel zum Glück liegt bei der ketogenen Diät in der drastischen Reduzierung der Kohlenhydratzufuhr. Kohlenhydrate bedeuten Energie. Ist die Kohlenhydratzufuhr gering, muss der Körper durch Verbrennung von Fettzellen neue Energie gewinnen.
Durch Zufuhr vonProteinen und gesunden Fetten soll der Kohlenhydratmangel ausgeglichen werden, nur so kann der Körper schnell Gewicht verlieren und der Diätwillige fühlt sich dank der Fettzufuhr und der aufgenommenen Proteine trotzdem fit und gesund.

Abnehmen durch fettreiche Ernährung?

Sich fettreich zu ernähren heißt jedoch nicht, den ganzen Tag Pommes und Burger in sich hineinzustopfen. Denn ein Gewichtsverlust mit der ketogenen Diät ist nur dann möglich, wenn die Tagesmenge an Kalorien die normale Kalorienzufuhr pro Tag unterbietet. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass man gesunde Fette zu sich nimmt.

Zu den gesunden Fetten zählen vor allem Nüsse, die aufgrund ihres hohen Öl- und Vitamingehalts, sowie dank der Ballaststoffe wertvoll im Ernährungsplan sind, sowie Fleisch (rotes, aber auch Geflügel wegen des hohen Eiweiß-Gehalts), Käse, Fisch und Eier. Dass Obst und Gemüse wichtiger Teil des Ernährungsplans sind, ist selbstredend.

So hat der Diätwillige ein recht breites Spektrum an "erlaubten" Lebensmitteln, die während der ketogenen Diät auf dem Speiseplan stehen dürfen. Allerdings täuscht die lange Liste ein wenig, da die Fettzufuhr in bestimmten Phasen auf bis zu 65% angehoben wird, man aber gleichzeitig darauf achten muss, weniger Kalorien als eigentlich benötigt zu sich zu nehmen. Von großen Portionen dürfen wir deshalb nur träumen und überhaupt schreit die Ketogene Diät für uns "Mangelernährung"! Nicht ohne Grund, schließlich ist genau das der Grund, warum die zweifelhafte Ketogene Diät so in der Kritik steht.

Ketogene Diät: "Refeed-Tage"

Nach etwa zwei Wochen ketogener Diät stehen in unregelmäßigen Abständen sogenannte "Refeed-Tage" auf dem Programm.
Für den Körper ist es wichtig, in Phasen einer unausgewogenen Ernährung (was bei Low-Carb-Diäten der Fall ist), nicht mit reduzierter Kalorien- und Kohlenhydratzufuhr die Fettverbrennung herunterzufahren.
An solchen "Refeed-Tagen" wird dem Körper ein Anstoß gegeben, wieder hochgradig Fett zu verbrennen. Allerdings sollte man an "Refeed-Tagen" darauf achten, dass man viele Kohlenhydrate, wenig Proteine und so wenig Fette wie möglich zu sich nimmt, um keinen negativen Effekt aufgrund des Zusammenspiels zwischen Fett und Kohlenhydraten hervorzurufen.

Ketogene Diät = Bodybuilder Diät?

Vor allem von Bodybuildern wird die ketogene Diät immer wieder gerne durchgeführt, da die erhöhte Eiweiß- und Fettzufuhr bei reduzierten Kohlenhydraten einen schnelleren Muskelaufbau bewirkt. Unterstützend werden Aminosäuren und Proteinshakes eingesetzt, um aufgrund der geringen Kohlenhydratzufuhr nicht an Muskelmasse zu verlieren. Hilfe! Wir sehen uns schon muskelbepackt wie Madonna am Strand herumlaufen!

Die ketogene Diät darf nur in Zusammenarbeit und nach Absprache mit einem Arzt

durchgeführt werden! Er wird eure Blutwerte und bestimmte andere Parameter überprüfen und entscheiden, ob eine ketogene Diät das richtige Mittel für euch ist, um an Gewicht zu verlieren. Da es sich um eine drastische und radikale Diätform handelt, sollte die Diät-Dauer sechs bis acht Wochen nicht übersteigen. Durch die spezielle Ernährungsform werden während der Diät ganze 90% Körperfett verloren und nur 10% Muskelmasse.

Wir finden: Die ketogene Diät überzeugt uns durch ihren zweifelhaften Ruf nicht. Wer will seinen Körper schon freiwillig einer mehrwöchigen Mangelernährung aussetzen? Ein schneller Gewichtsverlust kann durch die Ernährungsumstellung zwar erzielt werden, allerdings sind die ersten Kilos, die purzeln, hauptsächlich Wasser, was man verliert. Man braucht einen eisernen Willen, um sich von der gewohnten Ernährungsweise zumindest für ein paar Wochen zu verabschieden. Wer’s mag…

Jetzt seid ihr dran! Angenommen, euer Arzt würde euch grünes Licht für die ketogene Diät geben: Wäre sie etwas für euch? Hättet ihr das Durchhaltevermögen, über einen längeren Zeitraum eure Ernährung so drastisch umzustellen, oder versucht ihr über andere Wege abzunehmen?