Quecksilber als Kosmetik?

Eigenfettbehandlung, Haarverlängerung und Fake Lashes - in Sachen Schönheit werden wir richtig kreativ. Euch ist Botox zu heikel? Und wie sieht es aus mit Quecksilber als Kosmetik? Oder stundenlanges Röntgen zur Haarentfernung? Ja, richtig gelesen, diese bizarren Schönheitstricks gibt's wirklich - oder besser: gab es. Denn würden wir jetzt mit unseren Vorfahren sprechen, würden sie nur nicken und sagen: "Das war doch ganz normal, das haben doch alle gemacht!". Und wir würden nur daneben stehen und den Kopf schütteln ob der Leichtsinnigkeit im Umgang mit hochgefährlichen und giftigen Substanzen. So viel sei verraten: Es geht noch abgefahrener! Lest in dieser News alles rund um die bizarren Schönheitsrituale unserer Vorfahren.

Elizabeth I.

Quecksilber, Blei und Co.: Frauen wie Elizabeth I. setzten auf mitunter bizarre Schönheitsrituale.

Vollere Lippen durch Ameisen, Käferblut und Bienenwachs

Kleopatra schwor darauf. Überlieferungen zu Folge verwendete sie eine Mischung aus Ameisen, Bienenwachs und Käferblut, um ihre Lippen voller erscheinen zu lassen. Doch damit nicht genug, der gruseligen Kosmetikprodukte. Der römische Dichter Ovid beschrieb in seinen Werken verschiedene Gesichtsmasken, die unsereins heutzutage erschaudern lassen würden. So schilderte der Dichter, dass sich die Damen Maultier Urin, Krokodil Kot, gemahlenes Hirschgeweih oder Plazenta ins Gesicht schmierten.

Elizabeth Taylor als Kleopatra

Mäusefell als Augenbrauen?

Und noch ein absurder Beauty-Trend aus längst vergangenen Tagen: Auf verschiedenen Zeichnungen und Karikaturen von 1700 wurden Frauen abgebildet, die als Augenbrauen Mäusefell trugen. Wirklich belegt ist dieser Wahnsinn nicht, aber ein bisschen Wahrheit ist ja meist an solchen Skizzen.

Quecksilber als Concealer, Blei für einen schönen Teint

Was für uns die Stars und Sternchen aus Hollywood, waren für unsere Vorfahren die Königinnen und Adligen: Die Damen aus jener Zeit, wie zum Beispiel Queen Elizabeth I., setzten Trends und galten als Stilvorbild. Volle Haare, heller Teint - schon damals gab es Schönheitsideale, die jeder erreichen wollte, auch für einen hohen Preis. Dass vermutlich viele Frauen ihr Aussehen mit dem Tod bezahlten, mag ihnen damals nicht bewusst gewesen sein. Aus heutiger Sicht wissen wir, dass diese Mittel zum Zweck höchstgefährlich waren.

Denn wie kommt man nur darauf, mit Blei den Teint zu pflegen? Oder wer hat es erfunden, mit Quecksilber kleine Schönheitsmakel abzudecken? Was die Frauen wohl nicht wussten: Mit ihren gefährlichen Mixturen vergifteten sie sich langsam aber sicher selbst. Hinzu kamen noch zu Lebzeiten schwere Nebenwirkungen wie Unterleibsschmerzen, Leberprobleme, ausgetrocknete Haut, Depressionen oder Fehlgeburten. Ist das nicht schön?

The Quack Doctor
Bizarre Schönheitsrituale

Die Autorin Caroline Rance hat in ihrem Buch "The Quack Doctor", was übersetzt Quacksalber bedeutet, noch mehr der illustren Bräuche aus der Vergangenheit gesammelt. Dass man sich die schwarze Tollkirsche (giftig!) als "Belladonna" in die Augen tropfte, um die Pupillen dauerhaft zu erweitern, klingt noch vergleichsweise harmlos und würde uns heute ratzfatz den Drogenmissbrauchs-Verdacht einbringen. Doch man stelle sich vor, dass sich die Menschen früher gut und gerne 20 Stunden lang Röntgenstrahlen aussetzten, nur um sich Haare zu entfernen. Wahlweise konnte man sich das Radium auch aufs Gesicht schmieren. Gut gegen Falten!

Wimpern annähen?

Ein letztes grausames Beauty-Ritual, von dem Caroline Rance berichtet, wollen wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten - und man braucht dazu ein Haar und eine spitze Nadel. Zartbesaitete hören jetzt auf zu lesen und sehen sich auf Jolie.de nach weiteren, spannenden Themen um.

Für alle anderen, bittesehr: Um schöne, dichte Wimpern zu bekommen, nähte (!) man Ende des 19. Jahrhunderts das Haar schlaufenförmig ans Lid. Danach ging's weiter mit der nächsten Haarsträhne. Zum Schluss wurden nur noch die Schlaufen aufgeschnitten und die eingepflanzten Haare in Form gebracht. Aber keine Sorge: Immerhin wurde zur Betäubung Kokain verwendet! Na dann ...

Was haltet ihr von diesen bizarren Bräuchen? Und über welches Beauty Treatment aus unserer Zeit wird man wohl in 100 Jahren den Kopf schütteln?

Das höchst interessante Buch "The Quack Doctor", das sich neben den absurden Schönheitsidealen auch anderen Scharlatanen widmet, ist bislang nur auf Englisch zu haben.