Kakerlaken in Kosmetik

Na, schon mal ein leichtes Kribbeln verspürt, wenn ihr eine neue Gesichtscreme aufgetragen habt? Das sich so anfühlt, als würden ein Dutzend Kakerlaken über eure Haut krabbeln? Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist der Vergleich gar nicht so weit hergeholt: Denn Kakerlaken sind inzwischen ein essentieller Bestandteil in so manchem Beauty-Produkt. Dass wir uns Fischschuppen in Form von Lippenstiften auftragen, haben wir ja schon gewusst. Aber Kakerlaken? Da jagt es uns doch einen kleinen Schauer über den Rücken. Erfahrt in dieser News, was es mit den Kakerlaken in Kosmetik auf sich hat und wofür sie genutzt werden.

Kakerlaken in Kosmetik

Kakerlaken sind inzwischen ein essentieller Bestandteil in so mancher Kosmetik.

Karmin - roter Farbstoff in Kosmetik

Rote Lippen - kaum ein Make-up wirkt so verführerisch und sexy. Aber habt ihr euch schon einmal überlegt, warum die Farbe so schön leuchtet? Verantwortlich dafür ist der Farbstoff Karmin, auch Cochenille genannt, der mithilfe von weiblichen Schildläusen gewonnen wird. Auch im Kultgetränk Campari war ursprünglich Karmin enthalten.

Inzwischen haben sich in der Kosmetik zwar immer mehr synthetische Farbstoffe durchgesetzt, manche Produkte enthalten aber nach wie vor das aus Schildläusen produzierte Karmin. Doch genau hier gibt's ein Problem: Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf diesen Stoff, weswegen seit geraumer Zeit die Bestandteile auf den Verpackungen exakt angegeben werden müssen.

Kakerlaken reichern Haut mit Proteinen an

Dass man Insekten - oder zumindest Teile von ihnen - für die Herstellung von Kosmetik verwendet, ist also nichts Neues. Zudem enthalten viele Lippenstifte zum Beispiel auch gemahlene Fischschuppen, um für mehr Glanz zu sorgen. Aber Kakerlaken? Da wird's irgendwie gruselig. In China hat man allerdings bereits eine Geschäftsidee aus den Krabbeltieren gemacht: Auf richtigen Farmen werden dort mehrere Millionen Insekten regelrecht gezüchtet, um dann Einzug in die Kosmetik- und Medizin-Industrie zu finden. Der Abnahmepreis für ein Pfund getrockneter Kakerlaken hat sich innerhalb weniger Jahre verzehnfacht, inzwischen bekommen die Züchter laut "LA Times" 20 Dollar dafür. Blöd also, wenn auf einen Schlag Millionen Kakerlaken aus einer Zuchtfarm entkommen - so geschehen im Sommer 2013 im Osten Chinas.

Und wofür werden die Kakerlaken in der Kosmetik nun verwendet? Sie dienen als billiger Lieferant, um die Haut mit Proteinen anzureichern, und Teile ihrer Flügel werden aufgrund der enthaltenen Zellulose genutzt. Angeblich soll die "geheime Zutat" nicht nur die Haut geschmeidig halten, sondern auch gegen Haarausfall helfen und so manche Krankheit heilen. Eine wahre Wunderwaffe also - auf die wir allerdings gerne verzichten würden!

Wie seht ihr das: Ekelt ihr euch vor Kakerlaken in Kosmetik? Verratet es uns in den Kommentaren!