Jawbone Up 3 Test: Vor- und Nachteile des Fitness Trackers

Immer mehr Menschen tragen im Alltag Fitness Armbänder, mit denen sie nicht nur die Anzahl ihrer gemachten Schritte, sondern auch ihre Nahrungsmittelzufuhr, ihr Schlafverhalten und noch viel mehr aufzeichnen lassen. Lest hier unseren Testbericht über das Jawbone Up 3, das in sechs Farben auf dem Markt ist und preislich im mittleren Segment liegt.

Jawbone Up 3 Test

Schick und schlicht: Das Jawbone Up 3 macht auch optisch etwas her.

Jawbone Up 3 Verschluss

Seit rund einem Monat trage ich das Jawbone Up 3 Fitness Armband jetzt schon. Fitness Tracker am Handgelenk sind modisch geworden und reihen sich heute meist so elegant mit anderem Schmuck am Handgelenk ein, dass sie kaum mehr als Fitness Armbänder auffallen. So ist es auch beim Jawbone Up 3, das ich in der Farbkombination Creme/Gold trage. Der Fitness Tracker wird ähnlich wie eine Armbanduhr geschlossen und kann an die Breite des eigenen Handgelenks gut angepasst werden. Wenn man das Jawbone Up 3 lieber etwas enger trägt, ist es manchmal ganz schön schwierig, mit einer Hand den Verschluss zu schließen. Hier wurde nämlich eine Art Verschluss eingesetzt, wie man ihn von Bikini-Oberteilen kennt - schieben und schließen.

Jawbone Up 3 Puls messen

Auf der Unterseite ist das Jawbone Up 3 mit Sensoren ausgestattet, die regelmäßig die passive Herzfrequenz und den Puls messen sollen. Außerdem tracken sie auch das Schlafverhalten. Um das Jawbone Up 3 überhaupt nutzen zu können, braucht ihr die kostenlose App. Per Bluetooth synchronisiert sich das Gerät später jedes Mal, wenn ihr die App öffnet. Dann werden alle bis dato im Jawbone Up 3 gespeicherten Daten, die noch nicht auf die App übertragen wurden, übertragen.

Jawbone Up 3 im Test Testbericht

Fügt sich gut in die Armparty ein: Das Jawbone Up 3 in Creme/Gold.

Wie funktioniert die Up App?

Die Handhabung der Up App ist denkbar einfach. Man legt sich ein persönliches Profil an und kann entscheiden, ob und welche persönlichen Infos man öffentlich teilen möchte. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man mit Freunden Challenges bestreitet. Nach dem Motto: Wer hat heute die meisten Schritte zurückgelegt? Oder: Wer hat seine gesteckten Ziele diese Woche erreicht? Im persönlichen Profil gibt man sein Alter, Gewicht und Körpergröße ein und kann festlegen, ob man gerne abnehmen möchte (und wie viel). Diese Angaben nutzt die App später, um pro Tag festzulegen, wie viele Kalorien man zu sich nehmen sollte, um das gesteckte Ziel in einem reellen Zeitraum zu erreichen.

Jawbone Up 3 Aktivitäten aufzeichnen

Das Jawbone Up 3 ist ein Fitness Tracker, der einem verschiedene Aktivitätstypen von Gehen über Gewichtheben und Crosstraining bis zu Radfahren, Pilates, Zumba oder Basketball anbietet. Wer seine Sportart nicht findet, kann selbst eine eintragen. Zu jedem Eintrag gibt man noch die Intensität an und die Dauer der Aktivität. Das Jawbone Up 3 berechnet dann, wie viele Kalorien man in der Zeit verbraucht hat und rechnet sie zum Tagesverbrauch dazu.

Jawbone Up 3 Nahrungsmittel eintragen

Nahrungsmittel werden beim Jawbone Up 3 in drei Kategorien eingeteilt: Grüne Lebensmittel, von denen man beliebig viel essen kann, orange Lebensmittel, von denen man nicht zu viel essen sollte und gelbe Lebensmittel, die man vermeiden sollte. Bei meinem Test fühlte ich mich schnell dazu animiert, möglichst nur grüne Lebensmittel zu essen und einzutragen. Denn jedes Lebensmittel hat auch einen Food-Score, der bestenfalls 10 beträgt. Am Ende des Tages sieht man dann seinen persönlichen Food-Score Durchschnitt. Dass man einen Tag allerdings mit 10 beendet, ist doch relativ unwahrscheinlich. Es sei denn man befolgt gerade eine strenge Diät. Aber dazu will Jawbone ja gar nicht animieren, sondern eher das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel stärken. Beim Jawbone Up 3 Test hat mir gut gefallen, dass man mehr und bewusster Wasser trinkt. Denn 8 Gläser sind hier Standard pro Tag und man kann sich täglich zur Challenge anmelden, so dass einen die App immer wieder daran erinnert, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Jawbone Up App

Und so sieht es in der Up App aus: Links der Home-Bildschirm mit Überblick über Schlaf, Schritte, Sport und Nahrungsmittel; rechts ein genauer Blick in den Bereich "Food".

 

Jawbone Up 3 Kritikpunkte

Gut wäre es, wenn es in der App eine Übersicht über alle grünen Lebensmittel geben würde. Gibt es aber nicht und so isst man die gewohnten grünen Lebensmittel und lässt andere Nahrungsmittel links liegen, obwohl sie vielleicht auch grün sind. Außerdem ist es Fluch und Segen, dass man in der Jawbone App fehlende Lebensmittel selbst eintragen kann. Zu jedem eingetragenen Lebensmittel müssen nämlich auch die Nährstoffe wie gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Zucker, Proteine & Co. eingegeben werden - jeweils genau bezogen auf die angegebene Menge. Und da kann es schon mal dazu kommen, dass eine Grapefruit einen Food-Score von 2 aufweist, weil sie von jemandem mit den falschen Nährwerten eingetragen wurde.

Jawbone Up 3 Erfahrungen

Sehr ungünstig war in der ersten Testwoche ein großes Serverproblem. So ließen sich über Tage hinweg weder Lebensmittel eintragen, noch das Schlafverhalten überprüfen. Echt ärgerlich. Als das Serverproblem behoben wurde, funktionierten das Jawbone Up 3 und die App wieder einwandfrei. Was mich auch nervte ist die Tatsache, dass das Jawbone Up 3 im Test eben nicht regelmäßig den Puls maß. Zum Teil wurde der Puls über mehrere Stunden nicht gemessen, nur um ihn dann drei Mal innerhalb von einer halben Stunde zu messen. Gut gefällt mir die Weckfunktion, die man in der App aktivieren kann. So lässt sich ein Zeitfenster wählen, in dem das Jawbone Up 3 zum Wecken vibrieren darf, um einen sanft aus der leichten Schlafphase zu wecken. Denn das ist besser, als aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden. Zuerst vertraute ich der "Ich erkenne automatisch, wann du schläfst"-Funktion nicht, und stellte meinen Fitness Tracker jeden Abend manuell in den Schlafmodus. Doch einmal vergaß ich es und siehe da: Das Feature funktioniert wirklich!

Jawbone Up 3 Farben

Das Jawbone Up 3 ist in sechs verschiedenen Farben erhältlich.

Das Jawbone Up 3 kostet im Handel um 180 Euro und ist in sechs verschiedenen Farben erhältlich. Optisch ist es schlicht und modisch gestaltet, so dass es sowohl Männer als auch Frauen problemlos im Alltag tragen können. Die Lebensmittel-Datenbank sollte verbessert werden und es müsste ein Weg gefunden werden, wie das Jawbone Up 3 wirklich regelmäßig den Puls misst. Außerdem ist es nicht wasserdicht, woran für das nächste Modell auch gearbeitet werden könnte. Trotzdem hat das Jawbone Up 3 im Test überzeugt und hilft tatsächlich gut dabei, die eigenen Essgewohnheiten zu verbessern, mehr Wasser zu trinken und anstatt des Fahrstuhls doch lieber die Treppe zu nehmen.

Tragt ihr einen Fitness Tracker? Was sind eure Erfahrungen damit?