Dermal-Anker – Kosten, Risiken & Co.

- Dermal-Anchor heißt der Piercing-Trend, mit dem sich immer mehr Frauen und Männer Körper und Gesicht verschönern. Ein Dermal-Anker ist ein permanentes Piercing, das unter der Haut verankert ist. Wir haben für euch alle wichtigen Infos über den Körperschmuck Dermal-Anker.

Dermal Anker

Einen Dermal Anker kann man beinahe überall am Körper platzieren.

Was ist ein Dermal-Anker?

Ein Dermal-Anker (auch Dermal Anchor, Microdermal oder Skinplate) ist ein Schmuck-Miniimplantat. Dabei wird ein waagerechtes Titan-Plättchen mit kleinen Löchern unter die Haut gesetzt. Dort verwächst es mit dem Gewebe, es ist quasi unter der Haut "verankert" (daher auch der Name Dermal-Anker, also Haut-Anker).

An dem Plättchen befindet sich ein senkrechtes Stäbchen mit einem Gewinde, das sich zum größten Teil auch unter der Haut befindet. Auf das obere Ende des Stäbchens, das aus der Haut rausschaut, können verschiedene Schmuck-Aufsätze geschraubt werden. Es gibt bunte Glitzersteinchen, Sterne, Plättchen und vieles mehr als "Zubehör" für den Dermal-Anker.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Piercing, das gestochen wird und eine Ein- und Austrittsstelle hat, ragt der Dermal-Anker nur an einer Stelle aus der Haut. Deshalb gehört er zur Gruppe der "Single Point Piercings".

Wie wird ein Dermal-Anchor eingesetzt?

Zuerst bestimmt ihr die Stelle, an der ihr den Dermal-Anker tragen wollt. Die wird markiert, desinfiziert und anschließend wird dort mit einem Biopsie-Skalpell (Dermal Punch) oder einer Hohlnadel (Needleblade) eine kleine Öffnung gebildet. Durch diese Öffnung führt der Piercer das Implantat unter die Haut und bildet dort eine kleine Hauttasche, in der der Dermal-Anker dann sitzt.

Das klingt erst mal ziemlich abschreckend, doch der kleine Eingriff ist nicht sehr schmerzhaft und wird deshalb meistens ohne lokale Betäubung gemacht. Zum Schluss wird der Erstschmuck verschraubt. Den solltet ihr erst wechseln, wenn der Dermal-Anker nach einigen Wochen festsitzt und die Wunde verheilt ist.

Wie bei allen Piercings solltet ihr bei der Wahl des Studios, in dem ihr eure(n) Dermal-Anker setzen lasst, auf Hygiene und Sauberkeit achten. Ein gutes Studio erkennt ihr auch daran, dass der Piercer sich genug Zeit für euer Beratungsgespräch nimmt und euch ausführlich über Risiken, Wundheilung und Nachsorge aufklärt.

Welche Risiken hat ein Dermal-Anker?

Das wohl größte Risiko bei einem Dermal-Anker ist, dass sich die neu gepiercte Stelle entzündet und es zu einer Infektion kommt. Das könnt ihr verhindern, indem ihr besonders auf Hygiene und Pflege achtet und die Wunde vor Schmutz und Flüssigkeiten schützt. Bis sie verheilt ist, dauert es in der Regel vier bis acht Wochen.

In dieser Zeit gilt: die Stelle zwei bis drei Mal am Tag mit einem speziellen Spray desinfizieren und den Dermal-Anker nur mit gründlich gewaschenen Händen berühren. Verkrustungen entfernt ihr am besten vorsichtig mit einem Wattestäbchen und warmem Wasser.

Keine Sonnenmilch, Bodylotions, Parfüm, Make-up oder ähnliche Substanzen auf die Haut um den Dermal-Anker herum auftragen. In den ersten Wochen sind Schwimmen, Sauna, Solarium und Sonnenbaden tabu.

Am besten tragt ihr mehrere Wochen ein Pflaster über dem Dermal-Anker. Das schützt vor Entzündungen und fixiert das Schmuckpiercing. Denn bis der Dermal-Anker richtig "eingewachsen" ist, dauert es einige Wochen.

In dieser Zeit besteht das Risiko, dass ihr den Dermal-Anker rausreißt, wenn ihr mit ihm hängenbleibt oder dass das Plättchen unter der Haut verrutscht und der Dermal-Anker schief verwächst. Wie lange ihr das Pflaster tragen müsst, hängt von der Stelle ab, an der ihr den Dermal-Anker tragt. Wichtig ist, dass ihr es regelmäßig wechselt.

Wo kann ein Dermal-Anker gesetzt werden?

An den meisten Körperstellen, auch an solchen, wo herkömmliche Piercings nicht gesetzt werden können, zum Beispiel an den Händen und Füßen, im Nacken, am Hals oder an den Schläfen. Nur Stellen, die großer Reibung oder Hautspannung ausgesetzt sind (BH-Träger, Hosenbund, Beine) eignen sich nicht gut für Dermal-Anker.

Besonders beliebt sind ein "drittes Auge" auf der Stirn, eine "Träne" im Gesicht oder Dermal-Anker auf dem Brustbein, Bauch, Händen, Fingern, Nacken, Ober- und Unterarmen. Oft werden Dermal-Anker auch mit Tattoos kombiniert, um einzelne Stellen zu betonen. Oder Dermal-Anker werden als Muster (zum Beispiel Stern, Herz, Kreuz und Rose) auf der Haut "montiert". Eurer Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Wie wird ein Dermal-Anker entfernt?

Dermal-Anker könnt ihr nicht selbst entfernen. Im Piercing-Studio wird ein kleiner Schnitt gesetzt und das Implantat herausgenommen. Die Narbe ist sehr klein und fällt kaum auf. Auch den Schmuckwechsel solltet ihr am besten den Profis im Piercing-Studio überlassen.

Was kostet ein Dermal-Anchor?

Die Kosten sind sehr unterschiedlich. Je nach Piercing-Studio könnt ihr mit 50 bis 90 Euro für einen Dermal-Anker rechnen. Lasst ihr euch mehrere der Schmuckimplantate gleichzeitig setzen, gibt es meistens gestaffelte Preise.

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