Burt's Bees: Zu Besuch im Headquarter in North Carolina

- Wunderschön ist es in Durham, North Carolina. Die Stadt, die Teil des sogenannten "Research Triangle" ist, war früher Dreh- und Angelpunkt der Tabakindustrie und heute unter anderem Standort renommierter Unis (Duke) und Hauptsitz der Kosmetikmarke Burt's Bees. Wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen und haben mit Celeste Lutrario, der Direktorin für Forschung und Entwicklung, über Pflege bei Hautproblemen gesprochen.

Burt's Bees

Während unserer Besichtigung des Burt's Bees Headquarters kamen wir auch an dieser süßen Zutaten-Station vorbei...

Woher kommt Burt's Bees?

Das Headquarter von Burt's Bees liegt ganz zentral in Durham in einem alten Fabrikgebäude auf dem Tobacco Campus. Hier wurden früher Lucky Strike & Co. hergestellt, denn Durham war viele Jahrzehnte das Mekka der Tabakherstellung an der Ostküste Amerikas. Doch die Zeiten sind vorbei und heute haben junge, hippe Unternehmen und coole Restaurants die tollen Backsteingebäude bezogen.

Burt's Bees Office in Durham, North Carolina

Das Hauptgebäude von Burt's Bees liegt mitten auf dem wunderschönen American Tobacco Campus in Durham, North Carolina.

Burt's Bees gehört auch dazu. Schon im Vorbeigehen fällt der sogenannte "Observation Hive" auf, ein Fenster am Gebäude, hinter dem sich hinter Glas ein Bienenstock befindet. Man kann Burt's Bees also live beim Arbeiten zuschauen. Den dort hergestellten Honig kann man in kleinen Mengen sogar kaufen, den Honig für die Produkte von Burt's Bees bezieht die Firma aber aus anderen Ländern.

Geschichte von Burt's Bees

Oberservation Hive bei Burt's Bees

Burt's Bees hat in den USA längst eine treue Fangemeinde und auch in Deutschland kommen sukzessive immer mehr Produkte auf den Markt. Dabei entstand das Unternehmen mehr oder weniger durch Zufall. 1984 trampte Roxanne Quimby von Maine zurück nach North Carolina und wurde von Burt Shavitz mitgenommen.

Die beiden verstanden sich gut und so kooperierten sie zuerst, indem sie aus dem Bienenwachs der Bienen des Imkers Kerzen herstellten und verkauften. Schon bald kamen erste Kosmetikprodukte dazu und heute vertreibt der Konzern seine Produkte weltweit.

Ist Burt's Bees Naturkosmetik?

Übrigens sind über 50 Prozent der Produkte von Burt's Bees zu 100 Prozent natürlich. Viele sind zu 99 Prozent natürlich, weil es oft noch nicht möglich ist, die Haltbarkeit durch natürliche Inhaltsstoffe gewährleisten zu können. In solchen Fällen muss sich dann noch mit künstlichen Konservierungsstoffen geholfen werden. Aber auch hieran arbeitet das Research-Team von Burt's Bees, um in Zukunft noch mehr 100 Prozent natürliche Produkte auf den Markt bringen zu können.

Burt's Bees Tinted Lip Balm

Lipbalms wie am Fließband: Burt's Bees Produkte werden auch in Durham hergestellt.

Interview mit Celeste Lutrario

Wir haben mit Celeste Lutrario, der Direktorin für Forschung und Entwicklung bei Burt's Bees, über Hautprobleme gesprochen und erfahren, warum es viel wichtiger ist, seine Hautkondition anstatt den Hauttyp zu kennen, um dem synthetischen Teufelskreis zu entkommen.

Jolie.de: Welches Produkt würden Sie Leuten empfehlen, die Burt's Bees noch gar nicht kennen?

Celeste Lutrario:(lacht) Oh, das ist eine schwierige Frage. Ganz so, als müsste ich mich entscheiden, welches Kind ich am liebsten habe (lacht). Lassen Sie es mich in Kategorien fassen. Lippen: Natürlich unser Lip Balm, der schon sehr bekannt ist. Aber ich würde auch unsere Lip Crayons empfehlen, um Leute mit unserer Farbwelt bekannt zu machen. Für das Gesicht kommt es ganz darauf an, welchen Zustand die Haut des Kunden hat. Ich finde die Sensitive-Linie und die Intense Hydration-Linie großartig.

Jolie.de: Sie reden von Hautzustand statt vom Hauttyp. Warum ist das so?

Celeste Lutrario: Wenn wir unsere Produkte entwickeln, tun wir dies in Bezug auf Hautzustände und nicht auf Hauttypen. Der Hautzustand steht in direktem Zusammenhang zum Hauttyp. Und der Hautzustand zeugt davon, dass die Haut aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn man also eine sehr ölige Haut hat, lässt das darauf schließen, dass es ein Problem mit der Produktion von Öl gibt.

Vegane Kosmetik

Jolie.de: Im Vergleich zu anderen Unternehmen und deren Produkten unterscheidet sich dieser Ansatz aber sehr…

Celeste Lutrario: Das stimmt. Unser Fokus liegt darauf, der Haut wieder die optimale Gesundheit zurückzugeben. Und außerdem ist es so, dass der Kunde in den meisten Fällen seinen Hauttyp gar nicht kennt. Wir haben Kunden befragt und 75 Prozent meinten, dass sie empfindliche Haut hätten. Wir haben allerdings rausgefunden, dass empfindliche Haut oft entsteht, wenn die falschen Produkte benutzt werden, oder wenn man sehr gestresst ist. Es ist ja so: Sensible Haut kann bedeuten, dass man in Wahrheit trockene Haut hat, oder eine Mischhaut oder ölige Haut.

Burt's Bees Headquarters Labor
Ein Blick hinter die Kulissen: In einem alten Fabrikgebäude arbeiten Forscher jetzt an neuen Produkten für Burt's Bees.

Jolie.de: Welche Inhaltsstoffe sollte man unbedingt vermeiden, wenn man Akne hat oder zu Pickeln neigt?

Celeste Lutrario: Akne ist ein gutes Thema. Da möchte ich gerne etwas ausholen. Wenn man ein Akne-Produkt entwickelt, muss man zuerst verstehen, was mit der Haut überhaupt los ist. Akne ist nichts weiter als eine totale Unausgeglichenheit der Haut. Wir haben herausgefunden, dass Akne mit einem Überfluss an Öl in der Haut zusammenhängt. Das alleine führt aber nicht zu Akne.

Jolie.de: Sondern was passiert?

Celeste Lutrario: Die Haut produziert zu viel Öl, was gleichzeitig die Nahrungsquelle für die Bakterien ist, die auf der Haut sitzen. Dadurch vermehren sie sich, wodurch es einen Überfluss an Bakterien gibt. Sie können bis in die Poren vordringen, weil sich dort das Öl versteckt. In der Pore entsteht durch die Bakterien dann eine Entzündung. Akne fängt also mit dem Öl in der Haut an, ist im Endeffekt aber eine bakterielle Entzündung der Haut.

Jolie.de: Und was kann Burt's Bees dagegen tun?

Celeste Lutrario: Die meisten Akne-Produkte auf dem Markt sind darauf ausgelegt, der Haut das Öl zu entziehen. Wenn man der Haut allerdings das Öl entzieht, führt das dazu, dass sie noch mehr Öl produziert. Wir nennen das den Akne-Kreis. Man entzieht der Haut das Öl, die Akne verschwindet, die Haut arbeitet währenddessen, um noch mehr Öl zu produzieren und man bekommt Akne. Deshalb verläuft Akne bei der Anwendung solcher Produkte auch immer wellenförmig.
Unser Ansatz ist deshalb: Wir möchten der Haut nicht das ganze Öl entziehen, sondern wir wollen ein Gleichgewicht herstellen. Außerdem möchten wir verhindern, dass es weitere bakterielle Entzündungen gibt. Wenn die Haut erstmal im Gleichgewicht ist, kann auch der Akne-Kreis nicht mehr stattfinden.

Jolie.de: Wie sollte eigentlich sensible Haut optimal gepflegt werden?

Celeste Lutrario: Das wichtigste ist die Reinigung. Die meisten Leute benutzen zu oft und zu aggressive Reinigungsprodukte. Reinigungsprodukte greifen die Epidermis an, was zu Hautproblemen führen kann. Mein Tipp: Achtet beim Einkauf darauf, wie viel Schaum ein Reinigungsprodukt erzeugt. Je mehr Schaum, desto aggressiver ist das Produkt zur Haut. Reinigungsprodukte sind deshalb die Produkte, die das Gleichgewicht der Haut am meisten stören können.

Jolie.de: Von welchen Inhaltsstoffen sollte man unbedingt die Finger lassen?

Celeste Lutrario: Ein gefährlicher Inhaltsstoff ist Retinol A. Wenn Produkte diesen Inhaltsstoff beinhalten, wird man im Normalfall gewarnt, nach der Anwendung nicht in die Sonne zu gehen. Und das hat einen Grund: Retinol A ist so aggressiv zur Haut, dass der natürliche UVA und UVB-Schutz der Haut zerstört wird.

Jolie.de: Wenn Honig die Fähigkeit hat, Feuchtigkeit einzuschließen, warum gibt es dann noch keine Hair Care-Linie von Burt's Bees?

Celeste Lutrario: Das ist eine gute Frage. Eine Hair Care-Linie zu entwickeln ist eine große Aufgabe für uns, weil Haarspülungen immer synthetisch sind. Wir haben bereits ein außergewöhnlich gutes Shampoo aus natürlichen Inhaltsstoffen entwickelt, arbeiten aber noch daran, auch einen Conditioner aus natürlichen Inhaltsstoffen auf den Markt bringen zu können, der mit synthetischen Spülungen mithalten kann. Das Problem ist, dass viele natürliche Inhaltsstoffe wie Bienenwachs das Haar beschweren können oder es stumpf aussehen lassen.

Jolie.de: Vielen Dank für das Interview.

Celeste Lutrario: Sehr gerne.