Welches Gemüse in welcher Saison? Und was kann es?
Tomaten und Paprika, Auberginen und Bohnen – in der Gemüsetheke findet ihr dank Treibhäusern und Exporten aus aller Welt das ganze Jahr über so gut wie alles. Welches Gemüse wann wächst, seht ihr in unserer Galerie "Der kleine Gemüsekalender" . Aber warum ist es überhaupt wichtig, ob das Gemüse frisch vom Feld oder aus dem Treibhaus kommt?
Erst einmal schmeckt erntefrisches Gemüse besser. Glaubt ihr nicht? Macht den Test. Ist ja eigentlich auch logisch. Was quasi frisch aus der Erde auf den Teller kommt, hat noch seinen vollen Geschmack. Wenn Gemüse lange Zeit im Kühlhaus gelagert wird, geht von Geschmack und Vitaminen zwangsläufig etwas verloren.
Bei langen Transporten gibt es noch ein anderes Problem: Gemüse, das von weither kommt, wird vor dem Verfrachten oft chemisch behandelt, um es haltbarer zu machen. Und auch Treibhausgemüse hat seine Kritiker. Das feuchtwarme Klima in Treibhäusern und Folientunneln ist eine Brutstätte für Pilze. Um die abzutöten werden oft Pflanzenschutzmittel gespritzt, die das Gemüse unnötig belasten.
Wer regionales Saisongemüse isst, tut nicht nur etwas für die eigene Gesundheit, sondern auch für den Klimaschutz. Denn der Transport des Spargels vom Bauern zwanzig Kilometer weiter verschlingt viel weniger Energie als der Weg, den die Avocado von Israel in die deutschen Supermärkte zurücklegen muss. Das Bauen und Betreiben riesiger Treibhäuser kostet auch jede Menge Energie. Nicht zuletzt deswegen ist Gemüse, das lange Transportwege hinter sich hat oft teurer als Gemüse aus der Region.
Fazit: Es lohnt sich auf alle Fälle zu schauen, wo euer Gemüse herkommt und ob es dort gerade unter freier Sonne wächst und Erntezeit hat. Erntefrisches Gemüse ist besser als Treibhausgemüse und regionales Gemüse besser als Gemüse aus Übersee – finden wir zumindest. Okay, wer sich streng daran halten will, muss beim Einkaufen auch mal auf das ein oder andere verzichten. Bei so viel Gemüse gibt es aber immer eine gute Auswahl, und: Ausnahmen bestätigen die Regel. Nichts spricht dagegen, sich auch eine Avocado zu gönnen, wenn der Salat vom Bauern um die Ecke kommt.
cschneider
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