Feuchtgebiete - Charlotte Roche
Charlotte Roche nennt Dinge beim Namen. Auch in ihrem Roman "Feuchtgebiete"... Helen Memel ist 18, liebt Sex, hasst Hygiene und studiert bevorzugt ihre Intimstellen. In ihrem Debütroman „Feuchtgebiete“ (Dumont, ca. 15 €, charlotteroche.de) findet Roche klare Worte – und polarisiert. Ist das Buch unterhaltsam oder einfach nur eklig? Zwei JOLIE-Autorinnen haben es gelesen.
Feuchtgebiete von Charlotte Roche, Dumont Verlag
Heike Gerhard:
ICH LIEBE ES! Was für ein Buch! Was für eine wahnwitzige Idee! Charlotte Roche schreibt, wie sie spricht: eine simple Geschichte über Helen, eine junge Frau – und ihren Körper. Da geht es um Selbstbefriedigungstechniken mit Duschköpfen, "Muschi"-Hygienestudien an Klobrillen und Hämorrhoiden. Ich falle beinahe aus dem Bett vor Lachen bei der Lektüre: Charlotte, pardon, Helen ist so unwiderstehlich unverblümt und extrem offen! Klar werde ich auch rot, etwa bei Wörtern wie "Rosette" oder "flutschige Muschi". Aber ehrlich: Da finde ich die Tampon-Werbung im Fernsehen peinlicher. Mich inspiriert das Buch. Weil es endlich wieder etwas ganz Neues ist! Chapeau, Charlotte!
Uli Morant:
BITTE KEINE DETAILS! Das ist mehr Information, als ich mir wünsche! Charlotte Roche sagt, einiges, was ihre Heldin Helen macht, hätte sie auch selbst schon getan. Ob es das Abwischen der Klobrille in öffentlichen Toiletten mit ihrer Muschi oder das "Herausfischen" verlorener Tampons mit Papas Grillzange (!) aus ihren tiefsten Tiefen ist? Tja, wer so detailgetreu über den Geschmack von Nasen- und anderen Popeln schreiben kann, der weiß wohl, wovon er spricht... Im Klappentext wird gegen "Hygienehysterie und die sterile Ästhetik von Frauenzeitschriften" gemeckert. Aber nach einer Portion Roche-Lektüre merkt man: Ästhetik ist unglaublich sexy!
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