Berufsbild: Medium
Für manche ein Trost, für manche Humbug. Für Jolie.de auf jeden Fall ein Interview wert: Wir haben mit dem Medium und Hellseher Geoffrey F. Hayward gesprochen. Er ist Senior Medium an der "Spiritualist Association of Great Britain", der größten spiritistischen Organisation der Welt. Der international tätige Engländer, der das Buch "Soul Search. My Journey to Spiritual Truth" veröffentlicht hat, sprach mit uns über seine Arbeit als Medium, Sitzungen und die Kontakte ins Jenseits.
Geoffrey Hayward arbeitet als Medium (Bild: Privat)
Jolie.de: Wie wurden Sie zum Medium?
Ich war mir meiner spirituellen Sensibilität und Wahrnehmung schon immer bewusst. 1968 wurde ich von einer spirituellen Lehrerin in England zum Medium ausgebildet und begann mit ihrer Genehmigung meine Arbeit in der Öffentlichkeit im Jahre 1972.
Jolie.de: Mit welchen Anliegen kommen die Menschen zu Ihnen?
Es gibt keine klassische "Standardsitzung". Viele Menschen wollen mit verstorbenen Angehörigen in der spirituellen Welt in Kontakt treten, andere wollen bestätigenden Rat und Hilfe bei den vielfältigen Problemen, die das Leben so mit sich bringt.
Jolie.de: Wie läuft eine Sitzung ab?
Gewöhnlich beginne ich eine Sitzung mit einem Gebet, dann gebe ich nach und nach meine Eindrücke wieder. Im Verlauf der Sitzung wird meine spirituelle Wahrnehmung immer präziser, jedoch kann kein Medium entsprechende Ergebnisse garantieren. Ich kann dem Sitzungsteilnehmer nur erzählen, was ich spirituell fühle, spüre oder höre. Das deckt sich nicht unbedingt mit dem Wunsch der Angehörigen. Wenn jemand zum Beispiel Kontakt zum verstorbenen Vater aufnehmen will - und es meldet sich aber die verstorbene Mutter, oder eine Tante, dann muss man das so hinnehmen. Oft gelingt es mir dann aber doch noch mit den gewünschten Personen Kontakt aufzunehmen.
Jolie.de: Und was haben die Sitzungsteilnehmer konkret zu erwarten?
Wenn die Leute hereinkommen, sehe ich oft schon, warum sie da sind und ob es um Vergangenes, die Gegenwart oder die Zukunft geht. Manchmal sehe ich auch sofort, wer aus der spirituellen Welt anwesend ist und muss dann herausfinden, in welcher Beziehung der Verstorbene zu dem Sitzungsteilnehmer steht und welche Botschaft er für ihn hat. Zum Schluss der Sitzung haben die Leute dann die Gelegenheit, ganz konkrete Fragen zu stellen.
Jolie.de: Was benötigen Sie, um arbeiten zu können?
Ich brauche Verständnis und spirituelle Liebe. Und ich muss Freude an meiner Arbeit haben.
Jolie.de: Wie lautet Ihre offizielle Berufsbezeichnung?
Meine offizielle Berufsbezeichnung lautet spirituelles Medium. Ich kann aber nicht zu 100 Prozent die Zukunft voraussagen, wie viele Menschen glauben. Jeder Mensch hat einen freien Willen und damit auch die Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten. Wäre ja auch schlimm, wenn alles vorherbestimmt wäre.
Jolie.de: Was hat Sie bei Ihrer Arbeit bisher am meisten gerührt, was am meisten erschreckt?
Es gab viele rührende Erlebnisse. Eine lustige Begegnung hatte ich mit einer skeptischen Dame in England: Ich hielt einen Vortrag in Southampton und ging danach auf eine Frau zu: "Sie haben heute Hochzeitstag und Ihr verstorbener Ehemann steht hinter Ihnen", sagte ich. "Ja", entgegnete sie. "Er hat rote Rosen dabei, um mit Ihnen zu feiern." Daraufhin meinte die Dame: "Die Rosen kann er behalten. Als er noch hier war, hat er mir schließlich auch nie Blumen gebracht …” Da war ich sprachlos … Ansonsten habe ich bei meiner Arbeit noch nie erschreckende oder irritierende Erfahrungen gemacht.
Jolie.de: Wie gehen Sie nach einer Sitzung mit den Angehörigen um und was machen Sie mit sich selbst und dem Raum?
Ich bin gewöhnlich ein freundlicher und umgänglicher Mensch. Ich glaube an die Kraft des Gebets und wenn die eigenen Absichten gut sind, besteht keine Notwendigkeit sich vor etwas zu schützen. Gebet und Meditation genügen.
sw
Kommentieren
Bewerten
Weiterleiten
-1








